"Die Haustür offen als Zeichen . . ."
Immer für Entdeckungen gut: die "manuskripte". Auch in der 192. Ausgabe gibt es die Vorahnungen und die Vorfreude auf Neues zu erleben.

Foto © Marija Kanizaj
GRAZ. Bücher haben bekanntlich oft einen nicht geringen Nachteil. Sie geben letztlich immer nur das preis, was der Autor weiß. Manchmal mag dies ein Manko sein, manchmal nicht, schön als Alternative sind jedenfalls die Vorahnungen und die Vorfreude auf Neues. Und die ist auch durch die jüngste Ausgabe der manuskripte (Heft 192) in Hülle und Fülle gewährleistet. Etwa durch die Erzählung "Die Grube" von Monique Schwitter, deren nächster Erzählband in wenigen Wochen im Droschl-Verlag erscheinen und mit Garantie zu den wichtigen Neuveröffentlichungen des nahenden Bücher-Herbstes zählen wird.
Großartig und vielversprechend ist der Textauszug "Hospitalisierte Wörter" von Christoph Dolgan; hier entsteht ein an Assoziationen reiches Lexikon scheinbarer Zufälligkeiten oder Eingebungen des Augenblicks. Eine Miniaturensammlung, vergnüglich, subtil, verblüffend, man nehme nur das Kunststück, mit dem Stichwort "Ananaskompott" eine Brücke zu Dostojewski zu schaffen. Eine Weiterverführung ist unbedingt erwünscht.
Pralle Poesie, auf vielen Seiten, ebenso vielseitig, genannt sei vor allem auch der Romanauszug "Kobold oder Überschuss an Zärtlichkeit" von Radka Denemarková. Enorm wichtig ist die intensive Auseinandersetzung mit den Werken von Bruno Schulz ("Die Zimtläden"). Die ideale Einladung zur Lektüre der exzellenten Ausgabe stammt von Peter Waterhouse: "Die Haustür offen als Zeichen . . .". Eine vielfältige Literaturlandschaft tut sich dahinter auf.















