Markante Ohren und weiße Bürzel
Das deutsche "Micky Maus Magazin" feiert seinen 60. Geburtstag mit der nunmehr 2907. Ausgabe. Die "Micky Maus"-Publikationen sind in aller Welt erhältlich, die Comics werden in 27 Sprachen und 29 Ländern gedruckt.

Foto © DisneyMäuse, Enten und Hunde in friedlicher Koexistenz - das Zeichentrickuniversum Entenhausen fasziniert seine Leser ungebrochen
Begriffe wie "Schockschwerenot", "Heiliger Quackstrudel!" oder "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" begeistern seit Dekaden Generationen von jungen und jung gebliebenen Menschen. Als am 29. August 1951 mit der "Micky Maus" das erste deutsche Comic-Heft von Disney auf den Markt kam, konnte man noch nicht erahnen, welche Revolution damit im Cartoon-Sektor ausgelöst werden würde. Nun feiert es den 60. Geburtstag.
"Micky Maus" war auch die erste deutsche Zeitschrift, die vollständig in Farbe gedruckt wurde, und hatte mit der Chefredakteurin Erika Fuchs jahrzehntelang ein Sprachgenie an der Spitze. Mit ihren Begriffskreationen nahm sie einen nachhaltigen Einfluss auf den alltäglichen Sprachgebrauch und prägte den sogenannten "Donaldismus", der sich über den deutschen Raum verteilte - etwa "Ächz!" oder "Seufz!". Anfangs nur monatlich erhältlich, seit 1957 wöchentlich, nahmen die Geschichten um den tollpatschigen und stets vom Pech verfolgten Erpel Donald Duck sofort mehr Platz ein als die der Maus.
Kritische Geister und überzeugte "Donaldisten" sehen Micky Maus noch heute als besserwisserischen Kleinbürger mit faschistoider Latenz. Die Entenfamilie hingegen erfreut sich ob ihrer menschlich wirkenden Fehler und Schwächen kollektiver Sympathiebekundungen.
Globaler Erfolg
Die "Micky Maus"-Publikationen sind in aller Welt erhältlich, die Comics werden in 27 Sprachen und 29 Ländern gedruckt. In Schweden heißt der Titelheld etwa Musse Pigg, in Polen Myszka Miki.
Die Bildgeschichten der Entenhausener sollten Anfang der 50er-Jahre sogar gerichtlich verboten werden - als "Schundhefte, die ihre Leser zu verrohten Analphabeten erziehen", wurden sie abwertend bezeichnet. Heute kann man für eine Erstausgabe in einwandfreiem Zustand bis zu 12.000 Euro lukrieren.
Im Laufe der Jahre konzentrierten sich die Magazinmacher auf die zunehmende Interaktivität der Konsumenten. So entstand in den 60er-Jahren erstmals der "Micky Maus Klub", in dem sich die Leser untereinander austauschen konnten.
In den 1980ern wurden die sogenannten "Gimmicks" salonfähig, die den Heften als Extras beigelegt wurden und die Abenteuerlust und den Eskapismus der jungen Käufer förderten. Heute findet man durchaus einmal Filmhöhepunkte, Pokémon-Comics, Tagesaktuelles wie politische Wahlen oder Umweltthemen in den Magazinen.
Features
Superlative
Die bisher erschienenen 2906 Ausgaben des "Micky Maus Magazins" haben eine verkaufte Gesamtauflage von 1,2 Milliarden Exemplaren und könnten, aneinandergelegt, mehr als 7000 Mal den Äquator umrunden. Alles andere als ein lächerliches "Micky- Maus-G'schichtl".














