Amy Winehouse: Chronik eines angekündigten Todes
Ihr früher Tod schockiert die Musikwelt: Die britische Soulsängerin Amy Winehouse wurde am 23. Juli 2011 tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden.

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Die Nachricht, so tragisch sie ist, kommt nicht wirklich überraschend: Ein Notarztteam hat am Samstag kurz vor 16 Uhr Ortszeit die 27 Jahre alte Sängerin Amy Winehouse tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden. Über die genaue Todesursache war zunächst nichts bekannt. Doch es ist zu vermuten, dass die extrem begabte und ebenso extrem gefährdete Britin das Opfer ihrer langjährigen Drogensucht wurde. Am Samstag hätte Winehouse übrigens beim Jazz-Fest im burgenländischen Wiesen auftreten sollen, doch das Konzert war bereits vor Wochen abgesagt worden, nachdem die 27-Jährige nach einem Comeback-Desaster in Belgrad sämtliche Termine storniert hatte.
Das Sterben der Amy Winehouse war die klassische Chronik eines angekündigten Todes, die sich vor den voyeuristischen Augen der medialen Weltöffentlichkeit abgespielt hat. Mit nur zwei Alben - dem mittelmäßigen "Frank" (2003) und dem großartigen "Back To Black" (2008) - hat sich die Tochter eines Londoner Taxifahrers und einer Apothekerin als schrille Stilikone und rotzfreche Vertreterin des "New Soul" in den Musikolymp katapultiert.
Quelle © amy726.jpg | Foto: youtube Amy Winehouse - Back to Black
Auf der zweiten Platte befand sich auch jener Song, der zur bitteren Lebenshymne der Sängerin werden sollte: "Rehab". Darin kokettierte die Absolventin der elitären "Brit School" zu fetzigem Rhythmus damit, dass sie nicht daran denke, sich wegen ihrer Suchtprobleme in Behandlung zu begeben.
Erschöpfungszustände
Die Realität belehrte sie eines Besseren. Bereits im Juli 2007 musste sie wegen eines "akuten Erschöpfungszustandes" mehrere Festivaltermine absagen, einen Monat später erfolgte der nächste Zusammenbruch. Im Jahr darauf stand Winehouse wegen Drogenbesitzes vor einem norwegischen Gericht.
Geifernde Paparazzi-Filme auf "YouTube" & Co. begleiteten den dramatischen Verfall der charismatischen Künstlerin, die über eine unglaubliche Bühnenpräsenz verfügte. Die Musik von Winehouse verfügte über enorm viel Soul, die verlorene Seele Amy Winehouse strauchelte indessen von einer Malaise in die andere. Rehab, Comeback, Rehab, Comeback. . . Als Seelen- und Suchtverwandter wankte zur gleichen Zeit der ebenso hochbegabte Musikant Pete Doherty durch die Gazetten.
Im heurigen Jahr wollte Amy Winehouse nach angeblich erfolgreicher Entziehungskur in der Londoner Promi-Klinik "Priory Group" erneut zum Comeback durchstarten. Doch wieder wurde jener Ausnahmekünstlerin, die in ihrer Musik so unverschämt sexy die Vergangenheit beschwört, selbige zum Verhängnis. Am 18. Juni torkelte eine schwer angeschlagene, weder des Sprechens noch des Singens mächtige Winehouse in Belgrad auf die Bühne, hielt sich verzweifelt an ihren Musikern fest, lallte Songbrocken ins Mikrofon und wurde dafür vom Publikum erbarmungslos ausgebuht. Das Management sagte daraufhin sämtliche Konzerte ab. Der Künstlerin werde "so viel Zeit gegeben, wie nötig, damit sie wieder ihr Bestes geben kann", hieß es damals.
Mit dem viel zu frühen Tod von Amy Winehouse erhält der "Club 27" leider ein weiteres Mitglied. Ebenfalls in diesem Alter gestorben sind: Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain, Brian Jones.


















