"Man kann auf jedem Niveau glücklich sein"
Samuel Koch hat ein halbes Jahr nach dem schweren Unfall bei "Wetten, dass . . ?" ein sehr offenes - und sehr optimistisches - Interview gegeben. Einige Auszüge daraus.

Foto © APSamuel Koch im ZDF-Interview mit Peter Hahne
Tagelang war nicht klar gewesen, ob Samuel Koch (23) seinen Unfall bei "Wetten, dass . . ?" überlebt. Dann bangten Millionen mit ihm und seinen Angehörigen um die Fähigkeit, sich zu bewegen, zu sprechen. Jetzt hat er dem ZDF-Journalisten Peter Hahne in der Reha-Klinik in der Schweiz ein Interview gegeben.
Samuel Kochs Stimme ist rund ein halbes Jahr nach dem Unfall schwach und leise. Seine Arme hängen schlaff herab. Nur den Kopf kann er bewegen, er wird von einer Manschette gesichert.
Auf die Frage, ob er eine solche Wette noch einmal machen würde, antwortet Samuel Koch: "Ja, unter den gleichen Voraussetzungen ja . . . Im Prinzip gab es keinen Grund, der mich hätte aufhalten müssen. Ich bin mindestens 500 bis 600 Mal über so ein Auto gehüpft . . ." Er setzt nach: "Jeder Skiurlaub, den ich gemacht habe, war definitiv gefährlicher als dieses ganze Autogehüpfe."
"Woher nehmen Sie die Kraft?", fragt Peter Hahne. Gemeinsam mit seiner Familie habe er in den vergangenen Monaten viel gebetet und die Bibel gelesen, sagt Koch.
"Lachen zu verlernen wäre doof"
Auf die Frage von Peter Hahne, ob der Bibelvers "Niemand kann tiefer fallen als in Gottes Hand" noch für ihn zutrifft, sagt Samuel Koch: "Ich atme, also auf jeden Fall ja. Es gibt ja leider Patienten mit ähnlichen Lähmungen, die noch an Atemgeräten angeschlossen sind, denen es wesentlich schlechter geht als mir. Es hätte um einiges schlimmer werden können."
Hahne fragt, ob er an Wunder glaube. Samuel Koch: "Es gibt auf jeden Fall Dinge, die nicht durch Wissenschaft, Medizin erklärbar sind. Und wie gesagt, meine Lunge funktioniert. Ich denke, über Wunder spricht man nicht, man hofft darauf."
Hat er die Hoffnung irgendwann aufgegeben? Samuel Koch: "Hoffnung aufgegeben - nie, zu keinem Zeitpunkt." Aber: "Wenn ich den See hier (in der Schweiz) sehe, dann würde ich so gerne mal wieder reinspringen," sagte Koch. Manchmal wäre er aber auch schon froh, wenn er sich einfach an der Nase kratzen könnte.
Samuel lacht. "Das Lachen verlernen? Das wäre doch doof", meint Koch. "Heulen ist nicht mein Ding. Man kann auf jedem Niveau klagen - aber auch glücklich sein."
















