Jüdische Lebenswelt im Volkskundemuseum
Jüdische Kult- und Alltagsgegenstände samt ihrer oftmals im Dunkeln liegenden Geschichte: Mit diesen Exponaten setzt das Wiener Volkskundemuseum unter dem Titel "Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern. Jüdische Dinge im Museum" die 2010 begonnene Ausstellungsreihe "Objekte im Fokus" fort. Ab sofort steht die neue Schau Besuchern offen.
Die Sammlung jüdischer Exponate hat eine längere Geschichte im Volkskundemuseum, wo sie bis 1938 ausgestellt war. Unter den Nazis wurde sie jedoch ins Magazin verräumt und vergessen. In Kooperation mit Ethnologiestudenten der Universität Wien wurden nun 20 Objekte aus dieser Sammlung bearbeitet und deren Hintergrund recherchiert.
Bei der daraus entstandenen Ausstellung werden entsprechend auch die Sammlungsgeschichte und die museale Praxis thematisiert. Schließlich seien "jüdischen Dinge" oftmals Gegenstände ohne Erinnerung, die einer Zeit entstammten, über die sich im Inventarbuch vielfach nur spärliche Informationen fänden, heißt es im Volkskundemuseum.
Auf einem Tisch sind dort die Objekte scheinbar willkürlich angeordnet - was Programm ist. Tatsächlich stehen die Exponate nach Inventarnummern oder Eingangsdatum geordnet und ergeben dadurch eine gewollte Zufälligkeit. So erzählen Beschneidungsmesser, Chanukkaleuchter oder der Dreidel-Kreisel kleine Ausschnitte jüdischer Lebenswelten.
(S E R V I C E - "Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern. Jüdische Dinge im Museum" im Österreichischen Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien von 22. Juni bis 16. Oktober. Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, http://www.volkskundemuseum.at)















