Explosive Töne beim Musikverein
Russisches Ballett und griechische Tänze: Der Musikverein lockt in seiner nächsten Saison mit den bewegenden Rhythmen von Bolero, "Frühlingsopfer" und Carmina Burana.

Foto © KK250 Kinder proben Strawinsky: Szene aus dem Film "Rhythm Is It", der den Musikverein zum Motto für die Saison 2011/12 inspirierte
Ernest Hoetzl, erst dieser Tage von einem Gastdirigat in der Ukraine heimgekehrt, hat abgründige Fantasien. "Le sacre du printemps ist für das KSO eine große Herausforderung. Vielleicht explodiert dabei das Konzerthaus, aber wenigstens bekommen wir dann ein neues", wagte der Musikvereinschef bei der Präsentation seines neuen Programms leise zu hoffen. Besagter Strawinsky-Abend am 21. Mai 2012 ist der geplante Höhepunkt einer Saison, die dem Motto "Rhythm Is It" verpflichtet ist, angelehnt an den gleichnamigen Film mit Sir Simon Rattle.
"Rhythmus bringt unser Blut zum Kochen, versetzt uns in Schwung", erläuterte Hoetzl die tänzerische Klammer zwischen den mehr als ein Dutzend Konzerten, die laut Musikvereinspräsident Bernd Hesse "sowohl dem Geschmack des Publikums, als auch den Strömungen der Zeit" entgegenkommen sollen.
Beides gilt fast exemplarisch für den Saisonauftakt am 22. September. Da ist nämlich das Staatsorchester Athen zu Gast in Klagenfurt und spielt ("mit unserem Geld") Rimski-Korsakows Scheherezade op. 35 sowie die "Fünf griechischen Tänze" von Nikos Skalottas. Auch das erste KSO-Konzert (12.10.) verheißt Rhythmus pur: mit Ravels Bolero, Manuel de Fallas "Dreispitz" und einem Chopin-Solo des Koreaners William Hong-Chun Youn.
"Ein Konzert auf allerhöchstem Weltniveau" verheißt insbesondere das Akademieorchester Voronezh (8.11.), das neben Rachmaninovs Sinfonie Nr. 2 auch Schumanns Klavierkonzert a-Moll zu bewältigen hat, mit Elisso Virsaladze als Solistin. Bemerkenswert sind weiters die Auftritte der Budapester Symphoniker mit Prokofjews "Romeo und Julia" und Tschaikowskys Nussknacker-Suite (14.3.), eine Carmina-Burana-Aufführung mit dem Coro del Friuli und Orchester Udine (29.2.) sowie ein karibischer Percussionsabend im Bergbaumuseum Klagenfurt (15. 11.).
Hoetzl, noch bis Ende Juni in der Radio-Kärnten-Sendung "Noten und Anekdoten" zu erleben, dankte Montag vor allem der Kärntner Sparkasse und der Wiener Städtischen für deren tatkräftiges Sponsoring. Rund 90.000 Euro hofft der Musikverein weiterhin vom Land zu bekommen.















