Mutis Abschied bei Salzburger Pfingstfestspielen

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Riccardo Mutis neapolitanische Pfingstfestspiele in Salzburg sind Geschichte. Am Pfingstmontag-Vormittag fand dieses Fünf-Jahres-Projekt mit Musik aus der ehemaligen Weltmetropole der Musik seinen Abschluss. Nach dem Requiem in c-Moll von Luigi Cherubini gab es langen Applaus in der Salzburger Felsenreitschule.
Der Maestro, "sein" Orchestra Giovanile Luigi Cherubini und die beiden Chöre La Stagione Armonica aus Padua und der Philharmonia Chor Wien bestritten diesen Abschied. Cherubinis "Requiem" in c-Moll passt eigentlich nicht in Mutis programmatisches Konzept, die neapolitanische Schule in Salzburg wiederzubeleben. Dieses monumentale Werk für großes Orchester und großen Chor aus dem Jahr 1816 stammt aus Paris und gehört natürlich nicht zu den vom Vergessen bedrohten Sakralwerken.
Und doch wirkte dieses Konzert in der Felsenreitschule frisch und neu - vielleicht auch, weil es das erste große Konzert in der umgebauten Felsenreitschule war. Vor allem aber, weil es ein fantastisches Werk ist. Zwar nicht so variantenreich wie Mozarts Requiem, auch nicht so kraftvoll-wuchtig instrumentiert wie Verdi oder Brahms. Aber doch handwerklich meisterhaft, motivisch inspiriert und klanglich besonders eindringlich. Die Chöre La Stagione Armonica und der Philharmonia Chor Wien lieferten hervorragende Arbeit ab, und das Orchestra Giovanile "Luigi Cherubini" gab das Requiem seines Namensgebers mit besonderer Akribie und Hingabe wieder.
Passend und klug programmiert war auch das erste Werk dieser Abschieds-Matinee, nämlich "Chant sur la mort de Joseph Haydn" (Gesang zum Tod von Joseph Haydn, Übers.), ebenfalls aus der Feder des französischen Italieners Luigi Cherubini. Dieses Werk verdankt seine Konzeption einer Falschmeldung, im Jahr 1804 kursierte in Paris die voreilige Kunde von Haydns Tod.
Auch in dieser zweisätzigen Reverenz an Haydn demonstrierten die Chöre und das Orchester ihre Festspieltauglichkeit. Zudem waren die von Muti mitgebrachten Sänger - so wie in der Mercadante-Oper vor wenigen Tagen - wirklich gut.
Salzburg bedankte sich jedenfalls nicht nur für ein gutes Cherubini-Konzert, sondern für fünf Jahre mit Gelungenem und weniger Gelungenem aus Neapel.














