US-Meistersingerin Jessye Norman in Wien

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Eine Stimme, die alles darf - Oper, Jazz, Spirituals, Musicals - und dabei immer ihren ganz speziellen Klang erzeugt: Den Klang von Jessye Norman. Am Donnerstag gastierte die US-Meistersingerin mit einem Huldigungsprogramm an die "American Masters" im Wiener Konzerthaus. Mit 65 Jahren sprüht diese Frau vor Stimme, Charme und Energie. Viel Jubel für eine der prägendsten Stimmen unserer Zeit.
Sie hat schon alles gesungen, sich mit den wichtigsten Opernpartien auf der Welt bekannt gemacht und dabei ihre Nähe zu Gospel und Jazz nie verborgen. Jetzt verschreibt sie sich dem Broadway. Sie wolle zeigen, was für großartige Musik dort geschrieben wurde. "Somewhere" aus der "West Side Story" oder "I Got Rhythm" aus "Crazy Girl": Bei Jessye Norman klingen nicht nur Bernstein und Gershwin wie die etwas anderen Liedermacher vom Rang eines Schönberg oder Mahler. Spielereien mit der Stimme machen ihr auch nach mehr als 40 Jahren im Geschäft noch sichtbar Spaß.
Keinen Spaß versteht sie, wenn es um's Fotografieren geht und unterbricht in ihrem perfekten Deutsch den All-American Abend für eine Mahnung. Ihre Fans, die den ausverkauften Großen Saal im Konzerthaus zu durchaus saftigen Preisen füllten, sind eine sehr bunt durchmischte Population. Neben den frechen Fotografierern findet sich mancher betagte Nostalgiker, aber auch eine beachtliche Menge junger Leute kommt hier auf ihre Kosten.
Während die erste Hälfte des Abends dem amerikanischen Musical gewidmet war, geht es in der zweiten um ein "Tribute to the Greats" - und wenn die Norman für Nina Simone "My Baby Just Cares For Me" und für Ella Fitzgerald "Mack The Knife" singt, bleibt kein Zweifel, dass sie selbst zu den ganz Großen gehört. So ist das eben bei herausragenden Interpreten: Sie feiern ihre Meister - und gleichzeitig feiern die Meister sie.















