Haderer geht 60. Geburtstag "offensiv" an

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Gerhard Haderer ist, wie er vor kurzem im Gespräch mit der APA sagte, ein Geburtstagsmuffel. Seinen Sechziger am 29. Mai geht der Karikaturist dennoch "ganz offensiv" an: In der Linzer Zeitkulturstätte Posthof wird ihm zu Ehren bereits am Samstag ab 20 Uhr ein großes Fest gefeiert. Vor mittlerweile fast 30 Jahren ist der Jubilar angetreten, "um all diesen sehr Satten und sehr Selbstsicheren eine Portion Verunsicherung zu verabreichen".
Haderer, 1951 in Leonding bei Linz geboren, studierte an der Fachschule für Gebrauchs- und Werbegrafik in Linz und absolvierte im Anschluss eine Graveurlehre in Stockholm. Er arbeitete zunächst als Dekorateur bei der Quelle AG und dann als Grafiker und Illustrator für Werbeagenturen. 1984 begann Haderer mit satirischen Zeichnungen, die später u.a. in "Titanic", "Geo", "Stern", "profil" und den "Oberösterreichischen Nachrichten" veröffentlicht wurden.
Schlagzeilen machte der Wahllinzer ("Ich hab diese Klausur gewählt, um mich in aller Ruhe und Zurückgezogenheit entwickeln zu können.") vor wenigen Jahren mit dem Buch "Das Leben des Jesus". In Österreich warf ihm die katholische Kirche Blasphemie vor, in Griechenland gipfelte die Aufregung 2005 in einer Verurteilung zu sechs Monaten Haft wegen Religionsbeschimpfung - mit späterem Freispruch. Das Werk wurde ein Bestseller. Als Provokateur sieht sich Haderer laut Eigendefinition nicht, er habe "immer die Selbstverständlichkeiten ausgesprochen".
Der Reigen zum runden Geburtstag wurde schon Anfang März mit einer Retrospektive im Linzer Kunstmuseum Lentos gestartet. Im Lauf des Jahres wird der Karikaturist noch in Frankfurt, Krems, Villach und Wien mit verschiedenen Ausstellungen gefeiert. "Der Sechziger, muss ich sagen, geht mir am Herzen vorbei", kann Haderer selbst mit dem Trubel nur wenig anfangen. Auch ein ihm gewidmetes Museum mögen sich andere wünschen, so der Künstler: "So was brauch ich nicht."















