Finanzielle Kürzung wegen Bayreuth-Reise
Israelischen Orchestern droht wegen einer geplanten Konzertreise in die Wagner-Stadt Bayreuth die Streichung von Förderungen. Der Komponist Richard Wagner wird in Israel wegen seiner antisemitischen Ansichten seit Jahrzehnten boykottiert. Dennoch wollten zwei Orchester im Juli in Bayreuth auftreten.
Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" berichtete am Sonntag von einer Initiative im Parlament in Jerusalem, als Strafe öffentliche Gelder für die beteiligten Musikergruppen zu streichen. Von der Maßnahme könnten das Israelische Kammerorchester in Tel Aviv sowie das Symphonieorchester Rischon Lezion betroffen sein, schrieb das Blatt.
Das Kammerorchester will am 26. Juli in Bayreuth Wagners "Siegfried-Idyll" sowie Werke dreier jüdischer Komponisten spielen. Auch das Symphonieorchester Rischon Lezion wollte dazu einige Vertreter entsenden, berichtete "Jediot Achronot".
Wagner (1813-1883) wird in Israel von vielen als "Vater der Rassentheorie" angesehen, der Adolf Hitler inspiriert habe. Der Boykott seiner Werke wurde 1938 - also schon zehn Jahre vor der israelischen Staatsgründung - unter dem Eindruck der Reichspogromnacht ausgesprochen. Seit den 1990er Jahren wurde er mehrmals gebrochen, was jedes Mal in Israel einen Skandal auslöste.
Nach Angaben von "Jediot Achronot" steht hinter der neuen parlamentarischen Initiative Danny Danon, ein Abgeordneter der rechtsorientierten Likud-Partei. "Die Fahrt eines offiziellen israelischen Orchesters zu dem Wagner-Festival ist ein Schlag ins Gesicht für alle Israelis, nicht nur für die Holocaust-Überlebenden", wurde Danon zitiert. Nach Angaben der Zeitung soll sich das Parlament noch in dieser Woche mit der Streitfrage befassen. Die Initiative werde von Mitgliedern der Regierung sowie der Opposition unterstützt, hieß es.















