Menschenrechtspreis für Barenboim und Opfervereine

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Im Wiener Musikverein wurden am späten Freitagabend die Menschenrechte gefeiert. Nach einem Konzert des "West Eastern Divan Orchestras" wurde dem Klangkörper und dessen Dirigent Daniel Barenboim im Mahlersaal des Hauses der Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte verliehen.
Daneben wurden auch drei Vereine ausgezeichnet, die sich der Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden widmen: Das psychosoziale Zentrum ESRA sowie die Vereine ASPIS und HEMAYAT. Zur Ehrung im Mahlersaal waren zahlreiche SPÖ-nahe Prominente erschienen, darunter Nationalbankgouverneur Nowotny, Nationalratspräsidentin Prammer oder Ex-Bundeskanzler Gusenbauer.
Barenboim erhielt die Auszeichnung für seine gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschafter Edward Said initiierte Gründung des Divan-Orchestras, das aus jungen israelischen und arabischen Musikern besteht. So will man mit der Kraft der Musik ein Alternativmodell für ein Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsteile im Nahen Osten entwerfen. Eine Zwei-Staaten-Lösung in den Grenzen von 1967 sei für den Nahen Osten das einzig denkbare, unterstrich Barenboim in seiner Dankesrede: "Die Politik der vergangenen Jahre hat aber zu nichts als mehr Hass geführt."
Mit Blick auf die Opfervereine freute sich Laudator Andre Heller, dass Menschen geehrt würden, die "Orientierung in Dämonenirrgärten, Angstauflösungen und vieles mehr anbieten." Auch Stiftungsgeschäftsführer Oliver Rathkolb machte angesichts der Geehrten deutlich: "Wir sollten nicht glauben, dass wir auch in Österreich nicht genug zu tun hätten, um die Menschenrechte durchzusetzen." Man erhalte in Kärnten keinen Cent Subvention und werden nicht selten beschimpft, bedauerte etwa Maria Lind von ASPIS in ihrer Dankesrede: "Und heute werden wir genau für diese Arbeit ausgezeichnet - das macht uns stolz."















