Eingeschränkte Schönheit
Mahlers Dritte Symphonie zum Auftakt der Wörthersee Classics machte deutlich, warum das Werk zuvor noch nie in Kärnten aufgeführt wurde.

Foto © KK/VogusVorne auf der Bühne das Orchester, hinten am Balkon der Chor: Mahlers 3. Symphonie im Konzerthaus
Zum Schluss war man dann doch überwältigt: vom unglaublichen symphonischen Kosmos, den Gustav Mahler in seiner 3. Symphonie entwickelt; von einem revolutionären Werk, das seinerzeit alle Formen sprengte; von einem Final-Adagio mit einer unbeschreiblichen Weite und Schönheit des Symphonisch-Melodischen und einer fulminanten Steigerungsdramaturgie zum gewaltigen, in den Jubel des Publikums mündenden Schluss.
Wäre da nicht ein massives akustisches Problem: Das Mammutwerk von rund 90 Minuten verlangt nun mal eine Riesenbesetzung. Dafür aber ist der Saal des Konzerthauses Klagenfurt viel zu klein und ungeeignet, weswegen der über Jahrzehnte geäußerte Wunsch an die Politik nach einem geeigneten Konzertsaal wieder zu deponieren ist.
Und so erklang genau am 100. Todestag Mahlers und zur Eröffnung der diesjährigen Wörthersee Classics das Werk bei den Fortestellen, vor allem im ersten Satz mit beinahe unerträglicher Lautstärke, die eine Durchhörbarkeit nicht mehr zuließ.
Packende Gestaltung
Das war schade, denn das Philharmonische Orchester aus Györ und die Internationale Donauphilharmonie wussten unter dem jüngeren, österreichischen Dirigenten Georg Danzmayr, der nur anfänglich unsicher wirkte, die ständigen Spannungsgegensätze packend zu gestalten. Wenn auch so mancher Einsatz und Übergang verwackelt war, wenn es auch an Intonation und Feinschliff des heiklen Werkes fehlte, so durfte man doch insgesamt beeindruckt und froh sein, das Werk zum ersten Mal in Klagenfurt gehört zu haben.
Weniger beeindruckt war man vom Altsolo von Gabriele Sima, die die fast sakral anmutenden ernsten Klänge des "O Mensch gib acht" aus Friedrich Nietzsches "Zarathustra" nur solide sang. Dafür sangen der Slowenische Kammerchor, der Jugendchor des Slowenischen Rundfunks und "Cantilena", das Frauenensemble Gumpoldskirchen, mit kecker Kindlichkeit - wegen der Platzenge übrigens vom Balkon aus, was für die Homogenität mit dem Orchester nicht förderlich war. Großer Jubel!
Features
Wörthersee Classics
Freitag bei den Wörthersee Classics: "Klangmuster" mit Werken von Mahler, Zemlinsky, Wolfram Wagner und Robert Fuchs. Um 19.30 Uhr, Konzerthaus Klagenfurt. Karten: Tel. 0316 871 871 11 oder Tel. 0463-56 400 10.














