Staatsballett mit Jerome Robbins zum Erfolg

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Jerome Robbins war ein tanzender Tausendsassa: Broadway und Ballett, Modern Dance und Musical, Avantgarde und Adaptation. Und so ist eine Hommage an den umtriebigen New Yorker Choreographen (1918-1998), wie sie das Wiener Staatsballett gestern, Dienstag, als Premiere in der Staatsoper zeigte, ein Balletterlebnis mit vielen Gesichtern - und mit besonderem Charme.
Große Zustimmung gab es für einen äußerst vergnüglichen und durchwegs auf Hochglanz polierten Abend. Die minimalen Muster eines Philip Glass sind weder für das Staatsopernorchester noch für das dazugehörige Publikum gewohnte Kost - und beiden merkte man es an. Den Tänzern aber, wie sie sich in ihren engen, neonfarbenen 80er-Kostümchen geschmeidig in die mal meditativen, mal martialischen Klangschleifen einpassen, glaubte man die implizite, verwegene (und unwahre) Behauptung: Eine Compagnie zu sein, die schon seit Jahrzehnten der tänzerischen Avantgarde huldigt.
Auch bei "In the Night" (1970), jenem Trio aus charakterstarken Pas de deux - romantisch, kühl, feurig - waren die beiden Ersten Solotänzer noch einmal als Paar zu erleben. Mit der intimen, von Robbins entscheidend mitbegründeten Form des Piano Ballets, gelang ihm in der klassisch mutierten, effektbetonten Variation des Paarlaufs ein sicherer Rührungstreffer. Nur vom Klavier mit den bekannten Melodien der Chopin'schen Nocturnes begleitet (einfühlsam: Henri Barda), entfalten die drei Begegnungen mehr als nur dekorativen Zauber.
Den Abschluss macht mit "Le Concert" eine frühe Arbeit Robbins' (1956), in der seine Erfahrung am Broadway als Regisseur und Choreograph (etwa die "West Side Story") in ebenso sinnfreier wie feinsinniger Persiflage sichtbar wird. Ein Klavierkonzert (wieder Chopin, wieder der auch szenisch einsatzfreudige Henri Barda) wird zum Schauplatz wundersamen Getümmels: Konzertbesucher im Sesseltanz, Regenschirme ohne Regen, doofe Ballerinas mit Synchronproblem, süße Schmetterlinge und seliger Slapstick.















