Elfriede Hammerl: Die elegante Kämpferin
Elfriede Hammerl, wortmächtige "profil"-Kolumnistin und engagierte Kämpferin für die Frauenrechte, bekommt den Kurt-Vorhofer-Preis 2011.

Foto © APAElfriede Hammerl
Sie war schon früher sehr schön. Es ist wichtig, das zu erwähnen. Weil die "male chauvinist pigs", männliche Chauvinistenschweine (von der Frauenbewegung der 70er so benannt), den Emanzen stets entgegenfeixten, sie kompensierten bloß ihr mangelhaftes Aussehen.
Nein, Elfriede Hammerl passte nie in eine lila Latzhose und auch der Frisur nach ressortierte sie stets zu jenem Frauentyp, dem Männer ein allfälliges Vakuum darunter gern nachsehen. Kurz gesagt: Sie hatte es nie nötig, ihre äußeren Reize zu kaschieren, um dadurch die inneren zu betonen.
Die studierte Theaterwissenschafterin und Germanistin riskierte nach kurzer Anlaufphase beim "Kurier" ab 1977 eine Karriere als freie Journalistin. Auf unserem Mini-Medienmarkt ein beachtliches Wagnis.
Brillanz und Humor
Es waren und sind vor allem regelmäßige Kolumnen, mit denen sie bald "die Hammerl" wurde. Auch in den ersten Hochzeiten des neuen Feminismus agierte die Journalistin stets gelassen, aber nie gleichgültig. Jeglichem Geifer abhold, überzeugte sie durch intellektuelle Brillanz, gute Argumente und Humor. Letzterer trug auch zum Erfolg diverser Bücher bei. Zudem schrieb die Niederösterreicherin Kabarett und TV-Drehbücher.
1999 gastierte sie als Kandidatin des Liberalen Forums in der Parteipolitik. Wohl in der Einsicht, als Journalistin gesellschaftlich mehr bewegen zu können, zog sie sich bald wieder zurück und schrieb weiter, augenblicklich vor allem im "profil".
Elfriede Hammerl hat das einst so paternalistische Österreich stark mitverändert und auch viel für Integration und soziale Gerechtigkeit getan. In Anspielung auf ihren Namen gesagt: Auch stetes Klopfen höhlt den Stein.














