Schlosszimmer ab 5000 Euro
Sparpaket: Das Joanneum fahndet verstärkt nach Paten. In Eggenberg sind 22 Schauräume zu haben.

Foto © David BauerNach US-Vorbild sucht man Paten für Räume in Eggenberg
Muss das sein? Wo spart die Chefetage? Und wo bleiben die Gönner aus der Wirtschaft? Das fragen sich Grazer Kulturfreunde, seit die Folgen des Sparpakets für das Universalmuseum Joanneum bekannt sind.
Zur Erinnerung: Das Kunsthaus ist bei Ausstellungsaufbauten geschlossen. Das Volkskundemuseum hat nur mehr an Wochenenden geöffnet. Und in Eggenberg herrscht künftig drei Monate lang kultureller Winterschlaf. Landesweit werden 24 Abteilungen auf 14 reduziert.
Das sei notwendig, da dem "Universalmuseum Joanneum sonst schlichtweg das Geld ausgeht", argumentiert Andreas Schnitzler (Abteilung Außenbeziehungen). Der Sparkurs dort wirkt sich nicht nur auf den Betrieb, sondern auch auf die Gagen der Chefetage aus: "Bis 2017 sind die Bezüge eingefroren, Valorisierungen gibt es also keine", betont Schnitzler. Für zusätzlichen Druck sorgt die an sich erfreuliche Zunahme der Ausstellungsflächen: Beispielsweise kann sich die Kulturhistorische Sammlung von 2198 m2 auf 2527 m2 und die Neue Galerie von 1520 auf 2303 m2 ausbreiten. Das erhöht den Kunstgenuss - jedoch ebenso die Kosten.
Nicht vom Staat allein
Ergo muss sich das Universalmuseum noch stärker um Gönner aus der Wirtschaft bemühen. "Der Staat ist nicht mehr in der Lage, die Finanzierung von Museen gänzlich zu übernehmen", weiß man im Joanneum. Der angloamerikanische Raum hingegen zeige "sehr gut, wie man jenseits von staatlichen Subventionen Geld lukrieren kann." Nach US-Vorbild kann man auch in Eggenberg Schauräume erwerben. Konkret: "Wir vergeben in der Alten Galerie in Schloss Eggenberg Raumpatronanzen: Mit einer Spende ab 5000 Euro übernimmt man fünf Jahre lang die Patronanz für einen Raum.
Der Name des Spenders wird für alle sichtbar im Raum angebracht", erklärt Schnitzer das Modell (siehe Info-Box unten). Er gibt aber auch zu, dass der Andrang bislang bescheiden ist: "Es ist kaum gelungen, solche Raumpatronanzen zu verkaufen." Ans Aufgeben denkt man freilich nicht. Schon gar nicht in Sparbudgetzeiten. "Wir wollen diesen Bereich weiter ausbauen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass auch Privatpersonen gegenüber Museen eine gesellschaftliche Verantwortung haben." Denn "um Sonderausstellungen finanzieren zu können, sind wir nun gefordert, Drittmittel zu akquirieren".
Features
Auf Patensuche
Die Alte Galerie sucht Paten für ihre Ausstellungsräumlichkeiten (Schloss Eggenberg, 1. Stock). Um jeweils 5.000 Euro stehen zwölf kleinere Räume zur Auswahl. Man erhält eine Ehrenurkunde sowie eine Tafel mit seinem Namen für den Ausstellungsraum. Eine Jahreskarte sowie exklusive Führungen sind im Preis inbegriffen. Um jeweils 10.000 Euro werden Patenschaften für die zehn größeren Ausstellungsräume geboten. Tafel, Urkunde usw. inklusive. Die Spender übernehmen für fünf Jahre eine Patronanz: Ihr Geld fließt in die Erhaltung und Restaurierung der Sammlung. Die Spende ist steuerlich absetzbar.















