Schauspieler Erwin Strahl gestorben
Der österreichische Schauspieler spielte unter anderem in der Josefstadt und wirkte in über 60 Filmen mit. Strahl war seit den 60er Jahren mit seiner Schauspielerkollegin Waltraut Haas verheiratet. Er starb im 83. Lebensjahr.

Foto © APAWaltraut Haas und Erwin Strahl heirateten 1966
Faust, Hamlet und Lear standen nur selten auf dem schauspielerischen Karriereplan des smarten Sunnyboy. Dafür bewegte sich Erwin Strahl meist elegant auf dem glatten Parkett der Boulevardunterhaltung und verkörperte gemeinsam mit seiner Gattin Waltraut Haas - so nannte es jedenfalls Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll 2002 bei einer Ehrenzeichenverleihung - "das typisch Österreichische: Liebenswürdigkeit, Charme, Genussfreudigkeit, Schwung, Musikalität und Patriotismus".
Vom Ingenieur zum Schauspieler
Strahl, 1929 in Wien geboren, wollte eigentlich Ingenieur werden, fühlte sich aber nach dem Zweiten Weltkrieg zur leichten literarischen Muse hingezogen. Nach einer Ausbildung an der Wiener Akademie der Künste und der Absolvierung des Reinhardt-Seminars startete Strahl seine Bühnenlaufbahn in Klagenfurt, Zürich, Basel, Luzern und Wien, wo er ab den fünfziger Jahren im Theater in der Josefstadt auftrat. Dort war er unter anderem in Jean Anouilhs Komödien "Gänseblümchen" und "Wecken Sie Madame nicht auf" sowie in Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" zu sehen.
Seit 1952 arbeitete Strahl als Schauspieler und Regisseur nur noch mit Stückverträgen. Unter anderem gastierte er an den Kammerspielen und der Kleinen Komödie in München, am Berliner Theater und am Theater am Kurfürstendamm in Berlin, am Contra-Kreis-Theater in Bonn und am Landestheater in Salzburg. In Wien war er neben der Josefstadt auch im Raimundtheater (als König in Farkas' "Die Hofloge") und an der Kleinen Komödie (als George im "Käfig voller Narren") zu sehen. Auch als "Ölprinz" bei den Karl May-Festspielen in Weitensfeld feierte er Erfolge.
In über 60 Filmen mitgespielt
Neben seiner Bühnenkarriere spielte Strahl in über 60 Filmen, darunter "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" (mit Hans Albers und Heinz Rühmann), "Der Verschwender" (mit Josef Meinrad), "Der Jäger von Fall", "Mikosch, der Stolz der Kompanie" sowie "Schwarzer Nerz auf zarter Haut". Außerdem übersetzte Strahl, der englisch, italienisch und französisch sprach, zahlreiche Bühnenstücke, führte häufig Regie und war gern gesehener Gast in deutschen und österreichischen Unterhaltungsshows.
Dem Fernsehpublikum ist Strahl vor allem aus den TV-Serien "Hallo - Hotel Sacher ... Portier" (mit Fritz Eckhardt) und "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" (mit Fritz Muliar) bekannt. Ferner führten ihn musikalische Revuen und Musicals mit seiner Ehefrau Waltraut Haas und Tourneen mit Gedichten durch Europa und Amerika.













