"Wer hat Laura Palmer getötet?"
Eine tote Schülerin, ein leicht chaotischer FBI-Agent mit großem Ermittlergeist, ein düsterer Ort, an dem die Sonne selten scheint und eine Frau mit einem Holzscheit im Arm - Twin Peaks, die legendäre Kult-Serie wird wieder ausgestrahlt.

Foto © CBS/ArteSpecial Agent Dale Bartholomew Cooper mit seiner rechten Hand Sheriff Harry S. Truman
Twin Peaks, Population 51.200 - sind die ersten Worte, die dem Fernsehzuseher Anfang der 90er entgegenleuchteten - danach hatte man sich innerhalb weniger Folgen vom Fernsehen der 80er verabschiedet. Mark Frost und David Lynch gelang mit der Serie "Twin Peaks" ein Glanzstück, das auch 20 Jahre nach seiner Erstausstrahlung über eine große Fangemeinde verfügt. Und nicht nur das - die Serie gilt als Wegbereiter für so manche US-Serie, die sich beißenden Humor und menschliche Abgründe auf die Fahnen geheftet hat: darunter Desperate Housewives, Mad Men und nicht zuletzt Dexter. Und natürlich nicht zu vergessen: Die Mystery Serien, die die 90er prägten wie etwa "Akte X". Wer das Opus Magnum - wenn es überhaupt von Fernsehsendern ausgestrahlt wurde, dann spätnachts - nie gesehen hat, der hat ab 19. April auf Arte jeweils am Dienstag die einmalige Gelegenheit, zum Hasser oder ultimativen Fan zu werden.
Zwischen Schizophrenie und gutem Kaffee
Der Beginn der Serie erinnert an einen Krimi: In einer Kleinstadt in den Rocky Mountains wird eine Vorzeigeschülerin ermordet in einem Bahnwaggon gefunden. Danach ist nichts mehr wie es war: Die Abgründe einer Kleinstadt in all ihren Facetten tun sich vor dem FBI-Agenten Dale B.Cooper auf, den zumindest eine Komponente durch den Wahnsinn der Idylle begleitet: "Damn fucking good Coffee". Schon bald muss Cooper erkennen, dass die Idylle der Kleinstadt mehr als brüchig ist, die Vorzeigeschülerin eine höchst obskure Vergangenheit aufweist und eine Frau mit einem Holzscheit im Arm noch eine der normalsten Personen im Ort ist. "The owls are not what they seem" - nichts ist so wie es scheint, ist das Credo der Serie, die bis heute Maßstäbe setzt. Düster, grell, Horror, absolute Komik - die Serie nimmt den Zuseher mit auf eine kurvenreiche Fahrt, die man so schnell nicht vergisst. "Ich begebe mich am liebsten in seltsame Welten", sagte Hollywoods "Spezialist für das Abseitige" einmal über seine künstlerischen Vorlieben. Und bei Twin Peaks hat sich Lynch ganz besonders ausgetobt.
Abgründe einer Kleinstadt
Schrullige Charaktere und ungewöhnliche Ermittlungsansätze inmitten von höchst menschlichen Irrungen und Wirrungen - Liebe, Hass, Eifersucht, Mordlust, Wahnsinn - alles schön verpackt in einen Kriminalfall mit großem Hang zur Seifenoper. "Typisch für Twin Peaks ist weniger ein fortlaufender Handlungsstrang als das unkontrollierbare, faszinierende Universum der Serie, das sich in die verschiedensten Richtungen entfaltet. Zwar zieht die Serie von Folge zu Folge immer virtuoser alle Register der Angst und des Phantastischen, zeichnet aber zugleich immer genauer das Porträt einer in Auflösung begriffenen Kleinstadt", wie es Arte auf den Punkt bringt. Bereits die Titel der einzelnen Folgen sind ein Genuss für sich: "Der Einarmige" oder "Zen oder die Kunst, einen Mörder zu fassen". Also steigen Sie ein in den von Lynch und Frost gesteuerten Horrorexpress und hören Sie gut hin, wenn die Log-Lady nur scheinbar wirre Prophezeiungen von sich gibt!
Features
Fotoserie
Programm-Info
Twin Peaks, die Serie - jeden Dienstag um 22 Uhr auf Arte. Start der Serie ist am 19. April mit dem Pilotfilm.
















