"Enron" im Grazer Schauspielhaus
Das Drama "Enron" von Lucy Prebble schildert den Zusammenbruch des gleichnamigen Energieunternehmens, das im Jahr 2001 nicht zuletzt aufgrund von gefälschten Bilanzen niederkrachte. Geschildert werden diese komplexen Vorgänge als glitzernde Show, der allerdings bei der Premiere am Freitag im Grazer Schauspielhaus in der Regie von Cornelia Crombholz die zynische Leichtigkeit fehlt.
Smarte Geschäftstypen in geschniegelter Aufmachung, ein Firmenchef, der sich mit den Geschäften nicht mehr auseinandersetzen will, ein machtbesessener Aufsteiger und eine kühle Karrierefrau treiben das Unternehmen in den Ruin, weil das Spiel mit den virtuellen Werten und gefälschten Bilanzen allzu verlockend ist. Riesenverluste werden locker weggesteckt, große Gewinne sind an der Tagesordnung, alle werden immer gieriger und als die Blase platzt, kommt es zur großen Ernüchterung.
Die Autorin hat die schwierigen Vorgänge ganz geschickt zu einem Stück montiert, allerdings leidet es an zu großem Erklärungszwang. Alles wird gezeigt, dann erläutert, noch ein wenig kommentiert und dann nochmals besprochen, und zuletzt ist der Zuschauer von den ewigen Wiederholungen schon ermattet wie die Börsenhaie nach einem langen Tag.
Zudem wird das Ganze durch die Regie noch weiter zerdehnt, die gesungenen Einschübe der beiden Showgirls nutzen sich zum Ende hin ebenso ab wie das ewige Springen, Hüpfen und Rennen der Darsteller und die Videoeinspielungen. Rasche Szenenabfolgen und punktgenaues Sprechen wäre oft wirkungsvoller - aber gerade daran krankt die Aufführung. Auffallend viele Versprecher und einige technische Pannen tragen auch nicht wirklich zu einem spannenden Gesamteindruck bei.















