Zeit der intensiven Wortspieler(eien)
Kaum zu glauben, was sich in den nächsten Tagen unter der Leselampe tut!

Foto © BERLIN-VERLAG/KATRIN HILLER Barocke Wunderkammer: Daniela Dröscher
Erst schrillt der Krüll, die Fee sucht das Morgen und das Rumpelstilzchen wäre gerne bekannter - lauter Hinweise auf Rabaukenreime. Der Wiener Gerald Jatzek stellt seine Kindergedichte mit Gitarre und Mandoline vor. Dass Volksschulkinder (so die Altersempfehlung) beim Weiterdichten, Sprachspielen, Singen und Musizieren mitmachen dürfen, versteht sich von selbst.
Rabaukenreime. Gerald Jatzek im Musil-Institut Klagenfurt. 7. 4., 15 Uhr.
Dann verlässt Martine Moo für "Gute Geschichten" ihr Fitness-Studio und marschiert zum Vorlesen ins Musil-Museum. Ausgesucht hat sie das bekannte Märchen "Der selbstsüchtige Riese" von Oscar Wilde und Tahar Ben Jellouns wunderbares Buch "Papa, was ist ein Fremder? Gespräch mit meiner Tochter".
Gute Geschichten. Martine Moo. Musil-Museum Klagenfurt. 8. April, 15 Uhr.
Zwischen den Kinderterminen heißt es für Erwachsene ab in die barocke Wunderkammer. Der Roman "Die Lichter des George Psalmanazar" von Daniela Dröscher ist voller Farbenpracht und Sprachgewalt. Der Titelheld ist eine Art edler Wilder mit höchst empfindlicher fast durchscheinend heller Haut, der Doraden mit der bloßen Hand fängt, ihnen den Kopf abbeißt und eine erfundene Sprache spricht. 2008 war die 33-jährige Münchnerin Stipendiatin beim Klagenfurter Literaturkurs, vor Kurzem gewann Dröscher den Bayern-2-Wortspiele-Preis für ihre Kurzgeschichte "Gloria". Besonders lobte die Jury ihren "Stil der ebenso coolen wie alarmierten Wahrnehmung, der, ungerührt und nervös zugleich, alles in Schwebe lässt." Ein Balanceakt, den man nicht versäumen sollte. Nach der Lesung spricht Arno Rußegger mit der Autorin.
Daniela Dröscher im Musil-Haus Klagenfurt. 7. April, 19.30 Uhr.
Ein Ende der Schreiberei ist nicht abzusehen. Das sagt Alois Brandstetter selbst. Der 72-jährige Altphilologe lässt seine Postler aus dem Buch "Zu Lasten der Briefträger" 35 Jahre später als Pensionisten am Stammtisch sitzen. Das Ergebnis heißt "Zur Entlastung der Briefträger" und dazu gehört der Blick ins Kriminalistische, ins Feministische, ins Folkloristische und ins Zoologische. Wohlan. UL
Alois Brandstetter im Musil-Institut Klagenfurt. 12. April, 19.30 Uhr.













