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Zuletzt aktualisiert: 30.03.2011 um 17:03 UhrKommentare

Streit um Millionen: Fortell-Prozess vertagt

Der "Bruder-Zwist" zwischen Albert Fortell und Marius Fortelni ging vor Gericht in die nächste Runde und wurde am Ende doch wieder vertagt. Ehefrau Barbara Wussow trat die Flucht ins Verteidigerzimmer an.

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Albert Fortell im Wiener Straflandesgericht

Der Prozess gegen Albert Fortell ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht vertagt worden. Der Bruder des Schauspielers, Marius Fortelni, hatte das Verfahren angestrengt, weil er den Mimen beschuldigt, nach dem Tod der Mutter im Juli 2007 Teile des Erbes der Mutter unterschlagen zu haben. Die nächste Verhandlung soll binnen zwei Monaten stattfinden, betonte Richter Christian Böhm.

Schon der Beginn des Prozesses rund um die Brüder Albert und Marius gestaltete sich turbulent. Im Blitzlichtgewitter betrat der 58-jährige Schauspieler den winzigen Gerichtssaal, um dessen wenige Zuschauerplätze heftigst gerangelt wurde.

Wussow flüchtete in Nebenraum

Angeklagt war Albert Fortell deshalb, weil ihn sein Bruder beschuldigte, nach dem Tod der Mutter im Juli 2007 Teile des Nachlasses unterschlagen zu haben, weil Steuerschulden von 54.000 Euro ausständig waren. Als Zeugin sagte auch Barbara Wussow aus, die Ehefrau des Mimen. Vor den Filmkameras "flüchtete" sie aber vorerst in einen Nebenraum.

Albert Fortell (eigentlich Adalbert Fortelni) war von Richter Christian Böhm kaum zu bändigen. In weit ausschweifenden, emotionalen Reden versuchte sich der Schauspieler zu verteidigen, wies sämtliche Vorwürfe brüskiert zurück und verlor sich immer wieder in Details. Der 58-Jährige machte jedoch auch den Eindruck, als würde ihn der seit Jahren schwelende und bereits ein Dutzend mal vor Gericht ausgetragene Streit mit seinem Bruder ziemlich zuzusetzen.

Hintergrund der heutigen Verhandlung war eine Anzeige von Marius gegen Albert. Auslöser ist das Erbe der im Juli 2007 verstorbenen Mutter, deren Hinterlassenschaft nicht nur aus Sparbüchern, Konten, Eigentumswohnungen, Geschäftslokalen, Schmuck und einem alten Auto, sondern auch aus 54.000 Euro Steuerschulden bestanden haben soll. Fortell hielt den Anschuldigen entgegen, er habe nie etwas von Schulden gewusst, außerdem habe ausschließlich Marius mit der Mutter über geschäftlichen Dinge gesprochen. "Sie hat immer gesagt, ich soll mir keine Sorgen machen. Es gibt keine Schulden."

Bevor Bruder Marius mit schweren Geschützen gegen Albert auffahren konnte, kämpfte sich Zeugin Barbara Wussow vor. Ihr "Auftritt" dauerte allerdings kaum eine Viertelstunde. In knappen Worten gab sie an, von all den Dingen nichts gewusst zu haben, weil sie zu der Zeit gerade gedreht habe. Leicht entnervt entfuhr es der Mimin, dass sie ihrem Schwager am liebsten das gesamte Erbe überlassen würde, nur damit endlich Ruhe herrsche.

"Ich habe ihm blind vertraut"

Eine exakt gegenteilige Version der Ereignisse, wie sie Albert schilderte, lieferte dann Marius: Sein Bruder habe die komplette Kontrolle über die Erbschaftsabwicklung an sich gerissen, er habe ihm sogar eine unbeschränkte Vollmacht erteilt bzw. erteilen müssen. "Ich habe ihm blind vertraut, wie auch meine Mutter." Bereits eine Stunde nach dem Tod der betagten Frau im Juli 2007 habe "Frau Wussow" die Safeschlüssel an sich genommen, während Albert behauptete, er habe Marius all seine Geschäftsmodelle finanziert, sagte dieser nun: "Mein Bruder hat mich immer angejammert, er hat kein Geld. Er hat meiner Mutter auch nie welches gegeben (wie Albert in seiner Aussage versicherte Anm.), ihr ist es finanziell eigentlich sehr gut gegangen."

Fassungslos lauschte der nur zwei Meter von Marius entfernt sitzende Albert Fortell den Ausführungen seines Bruders. Ständig drehte sich der Schauspieler empört zu seinem Verteidiger um, schüttelte den Kopf und kommentierte die Wortspenden mit allerlei Zischlauten, die Richter Böhm einige Rügen abnötigte. Marius ließ sich aber dadurch überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, gestaltete seinen Vortrag überaus sachlich, und formulierte emotionsgeladene Themen kurz und trocken.

Bezüglich der Geldsummen auf diversen Sparbüchern und Konten, dem Schätzwert von Perlenketten und Silberbestecken, herrschte ziemliches Rätselraten, weil immer wieder völlig unterschiedliche Beträge genannt wurden.


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