Ai Weiwei zieht es nach Berlin
Der chinesische Künstler Ai Weiwei will in Berlin vier Hallen kaufen und zumindest teilweise in die deutsche Bundeshauptstadt ziehen. Ich China wird er von Regierungsseite immer wieder bei seiner Arbeit behindert.

Foto © ReutersAi Weiwei wird in China wegen seiner regimekritischen Einstellung verfolgt
Der regierungskritische chinesische Künstler und Internetaktivist Ai Weiwei plant einen Teil-Umzug in die deutsche Hauptstadt Berlin. Er bereite derzeit den Kauf eines Studios im Stadtteil Oberschöneweide vor, sagte der 53-Jährige der "Berliner Zeitung" vom Dienstag. Auf dem ehemaligen AEG-Gelände will der renommierte Konzeptkünstler demnach vier Hallen kaufen und insgesamt 4800 Quadratmeter beziehen. Am 29. April sei anlässlich des Gallery Weekend die Eröffnung einer Ausstellung geplant.
Ai scheut sich nicht, die kommunistische Führung der Volksrepublik offen zu kritisieren, und ist deshalb regelmäßig Repressalien ausgesetzt. Wegen eines Streits mit den Behörden wurde im Jänner sein Luxus-Atelier in Shanghai abgerissen. Im Februar kam seine erste in China geplante Einzelausstellung nicht zustande. "Ich bin einfach ratlos, wie ich hier weiter arbeiten kann", sagte er der "Berliner Zeitung". Seinen Teil-Umzug aus China wolle er aber nicht als Flucht aus der Volksrepublik verstanden wissen.
Weiwei war Ende Februar in Peking auch von Außenminister Michael Spindelegger (V) besucht worden. "Wir wollten in diesem Besuchsprogramm sehr wohl auch die Stimme der anderen hören", begründete der Minister damals den von Beobachtern als mutig eingeschätzten Schritt. Im Rahmen einer Visite mit Vizekanzler Josef Pröll (V) hatte Spindelegger auf seiner ersten China-Reise vier Regierungsmitglieder, darunter Premier Wen Jiabao, getroffen.















