Wien-Museum zeigt Stephansdom-Originalpläne

Foto © APA
Eine neue Ausstellung beleuchtet die Geburtsstunde eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Bundeshauptstadt: Das Wien-Museum zeigt ab Freitag anhand von Originalplänen aus dem Mittelalter die Baugeschichte des Stephansdoms. Neben 19 gotischen Zeichnungen präsentiert die Schau zudem 120 Exponate, darunter Urkunden, Fotografien, steinerne Architekturfragmente und Werkzeuge.
Von keinem anderen gotischen Dombau in Europa habe mit insgesamt 294 Zeichnungen eine derart große Zahl an Planrissen auf Pergament und Papier bis in die Gegenwart überlebt, freute sich Museumsdirektor Wolfgang Kos über die "Schätze von Weltrang", die in einer Auswahl nun für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Titel der Ausstellung: "Der Dombau von St. Stephan. Die Originalpläne aus dem Mittelalter". Insgesamt wurde mehr als 300 Jahre am kirchlichen Monument gebaut.
Die detaillierten Pläne, nach denen Dombaumeister und Steinmetze arbeiteten, sind seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe. Unter den beeindruckendsten Dokumenten, die für Besucher zu sehen sind, ist ein fünf Meter hoher Aufriss des nie vollendeten Nordturms.
Die hunderte Jahre alten Skizzen sind für Gäste kaum entschlüsselbar, da sie mit einer speziellen Technik angefertigt wurden, die ihre Urheber selbst in einer zehnjährigen Ausbildung erlernen mussten. Zum besseren Verständnis dienen deshalb ergänzende Infografiken, Fotos, 3-D-Projektionen und Modelle. Was viele Wiener nicht wissen dürften: Mit der Fertigstellung des rund 137 Meter hohen Südturms im Jahr 1433 stand in der Bundeshauptstadt für mehrere Jahrzehnte lang der höchste Turm Europas.
Rund um die Papier- und Pergamentoriginale haben die Kuratorinnen Michaela Kronberger und Barbara Schedl zahlreiche andere Exponate gruppiert, die sich der Baugeschichte des "Steffls" auf thematisch unterschiedliche Weise nähern. So werden etwa Umwelteinflüsse wie Pest, Heuschreckenplagen oder Brandkatastrophen im Hinblick auf die Baugeschichte dargestellt.
Gezeigt werden auch Originaldetails des Doms - etwa Fürstenfiguren, ein Wasserspeier der Westfassade oder ein gotisches Glasfenster aus dem Jahr 1340. Sie wurden im 19. Jahrhundert durch Kopien ersetzt und wanderten ins Museum. Alte Werkzeuge sollen nachvollziehbar machen, welchen Aufwand die Realisierung eines Projekts von derartiger Dimensionen bedurfte.















