Annäherung von Mensch und Maschine im AEC
Das Linzer Ars Electronica Center präsentiert seit Donnerstag mit "Robotinity" und "Wovon Maschinen träumen" zwei neue Ausstellungen, die die Realität gewordene Annäherung von Mensch und Maschine zeigen. Beide Schauen werden im Sommer auch im Automobil Forum Unter den Linden in Berlin gezeigt.
Mit "Robotinity" wurde die erste größere Änderung in der mit permanenten Ausstellungen bespielten Main Gallery des 2009 eröffneten erweiterten AEC vorgenommen. 100 rotierende Hände mit Spiegeln begrüßen die Besucher im RoboLab im Untergeschoß. Lederne Prothesen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zu gedankengesteuerten Varianten machen den Fortschritt in der Medizin deutlich.
Leiter Gerfried Stocker Stocker spricht von "Technologien, die uns in das Innerste hineinkriechen", was wortwörtlich stimmt, wenn man das Cochlea Implantat betrachtet, das zum Teil direkt unter der Kopfhaut getragen wird und Menschen das Hören wieder ermöglicht. Er betont, dass es keine Apparate aus der Zukunft seien, die einen hier staunen lassen. "Die Ausstellung ist ein Abbild der Gegenwart. Man merkt, wie weit wir schon drinnen sind", so der AEC-Chef.
Die medizinischen Wunderdinge gehen an und in den Körper, die "Gesellschafts-Roboter" ans Herz. "Paro", eine weiße, kuschelige Robbe mit rosarotem Schnuller, schaut aus braunen Kulleraugen treuherzig in die Welt, kann gestreichelt und gebürstet werden und erzielt therapeutische Erfolge bei Demenzkranken. Nicht minder herzig das Fellknäuel "Tabby", eine Lampe, die sich bewegt.
Befangener als den Plüsch-Maschinen nähert man sich dem menschenähnlichen "Telenoid", dem jüngsten Spross des japanischen Robotikexperten Hiroshi Ishiguro. Das künstliche Gesicht des puppenhaften Wesens spiegelt Verhalten und Mimik eines Gesprächspartners wider, der tausende Kilometer entfernt ins Telefon spricht. Es holt ihn so quasi auf den Schoß des Telenoid-Besitzers und soll Nähe simulieren.
Die surreale Vorstellung "Wovon Maschinen träumen" ist im zweiten Obergeschoß zu sehen. "Die Weltmaschine" des Österreichers Franz Gsellmann ist ein faszinierendes Lebenswerk, das in Details vorgestellt wird. "Deus Cantando" der Österreicher Peter Ablinger, Winfried Ritsch und Thomas Musil spielt mit dem Interpretationsvermögen unseres Gehirns, wenn wir ein Klavier sprechen hören. Blechern, aber deutlich vernimmt man nach einiger Zeit die Worte, die gleichzeitig auf eine Leinwand projiziert werden, und geht fasziniert von der Wunderwelt der Technik nach Hause.















