Belangloses Spiel vom Tabubruch
Jan Lauwers und seine Needcompany zelebrieren mit Unterstützung des Burgtheaters eine recht flaue "Kunst der Unterhaltung".

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Die Vorausberichterstattung füllte jede Menge Sendezeit und Zeitungsplatz. Für "Die Kunst der Unterhaltung", der neuesten Produktion der Needcompany des flämischen Künstlers Jan Lauwers, tauchten beim vorgesehenen Darsteller Martin Wuttke urplötzlich "disponentielle Schwierigkeiten" auf, dann schmiss unter Absingen hässlicher Lieder Paulus Manker das Handtuch. Nun heißt die fertige Produktion "Die Kunst der Unterhaltung: Needcompany spielt den Tod von Michael König". Am Samstag war Premiere im Wiener Akademietheater und der Saal war nicht einmal voll. Nach insgesamt zehn Aufführungen in Wien wandert die Produktion heuer noch nach Barcelona, Hamburg, Brüssel, Amsterdam, Rotterdam und Gent.
Die Grundanordnung der knapp mehr als eineinhalbstündigen Aufführung geht so: In einer weltweit ausgestrahlten Reality-Fernsehshow mit über 100 Millionen Zuschauern wird der gealterte berühmte Schauspieler Saul J. Waner (ein Anagramm Jan Lauwers in Gestalt Königs) Selbstmord begehen.
Die Idee, der Fernsehinszenierung jegliche Grenzüberschreitung zuzutrauen, ist nicht mehr die aktuellste und schaut angesichts der Entwicklungen im Internet ziemlich alt aus. In einem bewusst formatierten Laientheaterstil können König und Burgtheaterschauspielerin Sylvie Rohrer ihr Können nicht verbergen. Mit ziemlich billigen Schmähs. Welche Gefahr droht, wenn ein Mitglied der "Ärzte ohne Grenzen" jemanden in den Schwitzkasten nimmt? Er könnte sterben zwecks Grenzüberschreitung. Witz komm' heraus, du bist umzingelt.
Das Spiel mit dem theatralischen Schein könnte durchaus abendfüllend sein, wenn neben dem praktizierten Slapstick gedankliche Substanz vorhanden wäre. Die finden wir in Jan Lauwers Kunst der Unterhaltung nur in homöopathischen Dosen.















