Giovanni Segantinis "Zwei Mütter" wiederentdeckt
Lange galten Giovannis Segantinis "Die zwei Mütter" als verschollen - nun stehen sie zum Verkauf: Das Gemälde ist eines von vier Werken des Malers, die bei der Frühjahrsauktion von Christie's in Zürich am 21. März unter den Hammer kommen. "Le Due Madri" von 1891 stammt aus der Sammlung des Unternehmers Karl Wittgenstein. Bisher wurde das Gemälde als verschollen geführt.
Hans-Peter Keller von Christie's-Schweiz hat das Werk jedoch in jahrelanger Recherchearbeit aufgespürt. Auf der Rückseite von "Le Due Madri" findet sich eine Bleistiftskizze Segantinis, die als Studie zu "Ave Maria a Trasbordo" gedeutet werden kann, einem der wichtigsten Werke des Malers, das im vergangenen Jahrhundert in nahezu jedem Schweizer Haushalt als Postkarte zu finden war. Der Schätzwert des Bildes liegt zwischen 800.000 und 1,2 Mio. Franken (622.859 bis 934.288 Euro).
Neben Segantini-Senior findet sich mit "Novembertag in Soglio" auch ein Werk des Sohnes Gottardo Segantini in der Zürcher Versteigerung - dessen Schätzwert liegt mit 120.000 bis 180.000 Franken allerdings deutlich unter dem des Papas. Dessen Bedeutung untermauert auch eine aktuelle Ausstellung in der Fondation Beyeler in Basel. Seit 16. Jänner zeigt die Schau Segantini Senior als Wegbereiter der modernen Malerei und als Zeitgenossen von Monet, van Gogh, Gauguin oder Klimt. Noch bis zum 25. April hat die Baseler Ausstellung geöffnet.
Bei der Christie's-Versteigerung kommt neben Vater und Sohn Segantini auch ein weiteres Männerpaar unter den Hammer: Giovanni Giacomettis Familienporträt "Unter dem Holunder" (Schätzwert 1,8 bis 2,5 Mio. Franken) findet sich da neben "Buste d'Homme" (900.000 bis 1,2 Mio. Franken) aus Bronze von Alberto Giacometti, dem Sohn des Malers.
Überdies finden sich zahlreiche Art-Brut-Künstler in der 154 Stücke umfassenden Auktion, darunter Werke von Louis Soutter, Adolf Wölfli. Hinzu treten Klassiker wie Felix Vallotton oder Ferdinand Hodler.















