Wegen des Gironcoli-Ankaufs gehen die Wogen wieder hoch
FPK und ÖVP wollen Geld anders investiert wissen.

Foto © Stadt Villach "Wir Villacher Kinder" heißt die Gironcoli-Plastik, die jetzt für Diskussion sorgt
Der Ankauf einer Plastik des verstorbenen Villacher Künstlers Bruno Gironcoli spaltet den Stadtsenat. Bereits in der Budgetsitzung des Gemeinderates hatten sich FPK und ÖVP vehement gegen den Ankauf ausgesprochen. Am Mittwoch gingen die Wogen im Stadtsenat erneut hoch. "Die SPÖ zeigt keine Einsicht beim Sparen!", wettert FPK-Klubobmann Gernot Schick nach der Sitzung. "Die Plastik kostet mit Transport und Aufstellungskosten ja noch mehr, als ursprünglich veranschlagt!" Zunächst war von 280.000 Euro in Raten die Rede gewesen. Schick ist derselben Meinung wie ÖVP-Klubobmann Markus Steinacher: "Jetzt kommt das Projekt auf 304.000 Euro, und wegen der Plastik reist kein einziger Gast zusätzlich nach Villach." Er wäre nach wie vor der Ansicht, dass man die Mittel besser in die Altstadtoffensive, in die private Citystreife und in die Drauriviera investieren sollte.
Der Gironcoli-Beschluss wurde an den Gemeinderat devolviert. Schick: "Es ist uns ein großes Anliegen, diese Diskussion öffentlich zu führen." Dort braucht die SPÖ allerdings die Stimmen der Grünen oder der FPÖ und des wilden Abgeordneten Albert Gangl für die Mehrheit. Bürgermeister Helmut Manzenreiter (SPÖ) bedauert "die Verzögerung": "Eigentlich hätte ich die Plastik vor dem Congress Center bereits zur Eröffnung des Carinthischen Sommers gesehen, jetzt wird es wohl Herbst werden." Der Ankauf wäre der Startschuss für einen Kunstwanderweg in der Altstadt. "Architekt Gernot Kulterer hat den Auftrag, ideale Plätze für die Aufstellung von Kunstwerken im öffentlichen Raum zu finden", so der Bürgermeister.
Diese Form der Kunstpräsentation fände in Villach bisher nicht statt. Er hätte dafür eine Liste von stadteigenen Kunstobjekten erstellen lassen, die es attraktiver zu präsentieren gelte. "Der Rechnungsabschluss wird zeigen, dass wir die Krise gut meistern, wir investieren stark, die Kelaggelder sind zur Gänze vorhanden. Es ist sinnvoll, auch auf Kunst und Kultur zu setzen."
Die Sprecherin der Grünen, Gemeinderätin Sabina Schautzer, und ihre Kollegin Susanne Zimmermann lassen die SPÖ nicht im Regen stehen: "Die Bezahlung des Kunstwerkes können wir schließlich auf drei Jahre aufteilen. Und außerdem halten wir es für wichtig, dass man in den Kulturtourismus investiert."














