Zeitungszittern
Korso weg, Zebratl in der Pause und alle fragen sich: Was wird aus dem Steiermark-Falter? Einsparungen beim Landesbudget lassen Nischenmedien bangen.

Foto © Der Korso wurde als Printprodukt eingestellt und soll im Internet weiterleben
Die Facebook-Neigungsgruppe "Rettet den Steirischen Falter" will die Auflösung der Lokalredaktion verhindern. Derzeit hat sie aber erst knapp über 200 Unterstützer. Wenn der Sparstift der Landesregierung mit bis zu 25 Prozent quer durch alle Ressorts wütet, ist auch der Fortbestand des Steiermark-Falters gefährdet.
Im März 2005 erschien die Wiener Stadtzeitung mit Regionalausgabe in einer Auflage von 20.000 Stück zum ersten Mal - seit Beginn finanziert durch den Kulturtopf des Landes.
Falter-Chefredakteur Armin Thurnher bestätigte gegenüber G7, dass die Verträge mit Ende März auslaufen. Wie es weitergehen wird, weiß derzeit nur Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP). Dieser hüllt sich noch in Schweigen, habe Thurn-her aber schon vor Wochen vor dem möglichen Aus gewarnt. "Noch ist nichts entschieden", sagt Buchmann auf Anfrage.
Für Thurnher sei derzeit "alles denkbar". Aber: "Ich rechne damit, dass ich noch vor der Präsentation des Budgets einen Termin beim Kulturlandesrat bekomme." Um von Anzeigen leben zu können, bedürfe es mehr Zeit. "Das hat in Wien auch Jahrzehnte gedauert." Die Redaktionsmitglieder in Graz zittern um ihre Jobs.
Eingestellt
Bei Korso hat man die Zitterphase hinter sich: Im Dezember erschien nach 14 Jahren die letzte Ausgabe des "nachhaltigen Magazins für Graz und die Steiermark", zuletzt mit einer Auflage von 20.000. Herausgeber und Chefredakteur Christian Stenner will das vor allem über Kooperationen im Kulturbereich finanzierte Blatt als Online-Magazin nach Vorbild der "Huffington Post" weiterführen. Sein Vorwurf an die Landespolitik: "Das unabhängige, regionale Pressewesen zu fördern, war nie ein Anliegen."
Ebenfalls zuletzt nicht erschienen ist die Fachzeitschrift "Zebratl" des Vereins Zebra, die seit 1990 wichtige Instanz für integrations- und asylpolitische Themen ist. Zebra-Geschäftsführerin Alexandra Böck gibt jedoch Entwarnung: "Es wird uns weiter geben." Wenngleich die zu erwartenden Kürzungen der Landesförderungen (Gesundheit & Soziales) starke Einschnitte bedeuten würden. Ähnliches befürchtet Megaphon-Leiterin Annelies Pichler, von deren Straßenzeitung derzeit 12.000 Hefte pro Monat verkauft werden: "Einsparungen wären fatal." "Es gäbe zwar die Möglichkeit, auf Förderabos umzustellen, aber dann müssten wir unser Konzept aufgeben." Denn: Die 120 Verkäufer, die sich die Hälfte des Verkaufspreises von 2,20 Euro behalten dürfen, würden leer ausgehen.
"Für uns wären Kürzungen ein massiver Einschnitt, wir wären existenzbedroht", sagt Evelyn Schalk von der Grazer Wandzeitung "ausreißer". Was ein Mediensterben bewirken würde: "dass Korrektive im ohnehin zentrierten steirischen Medienmarkt mitsterben würden".














