"I blame Coco" setzt auf den Song statt auf Hilfe vom Papa
Eliot Paulina Sumner, die Tochter von Sting, veröffentlicht unter dem Künstlernamen "I blame Coco" ihr Debütalbum "The Constant".

Foto © APAEliot Paulina Sumner
Eliot Paulina Sumner spricht nicht gerne öffentlich über ihren Vater. Es wäre auch nicht fair, die Sängerin ausschließlich mit Sting in Verbindung zu bringen. Denn mit "The Constant" (Universal) hat die 20-Jährige unter dem Künstlernamen "I blame Coco" ein solides Debütalbum vorgelegt. "Musik sollte zeitlos sein", sagte Coco am Dienstag im Gespräch mit der APA in Wien. "Wenn sie zu sehr in der Gegenwart verwurzelt ist, hat man sie nach einem Jahr bereits wieder vergessen."
"Ich höre sehr unterschiedliche Arten von Musik, sammle Platten, seit ich zehn Jahre alt war. Ich mag einfach gute Musik, egal welcher Ära", erzählte die Britin. Dub, der Sound der 80er Jahre, harmonischer, moderner Pop, ein bisschen Reggae, viel Elektronik, eine melancholische Grundstimmung und Singer-Songwriter-Strukturen prägen "The Constant". Auf einen speziellen Einfluss möchte sich Coco Sumner daher auch nicht festlegen.
"Der Song macht es aus"
"Der Song macht es aus", lautet das Credo der Künstlerin. "Ich komponiere alle Lieder auf organischer Basis, also auf der Gitarre oder am Klavier." An elektronischen Elemente habe sie zunächst gar nicht gedacht: "Die Hälfte der Platte war bereits fertig, erst dann ist der elektronische Teil dazugekommen." Ein Freund sollte das fertiggestellte Material probeweise elektronisch "auffetten", mit dem Ergebnis war Sumner derart zufrieden, dass schnell der gesamte Longplayer in diese Richtung produziert wurde.
Eine Pop-Karriere bekam Eliot Pauline Sumner in die Wiege gelegt. Auf "Schützenhilfe" wollte sich die junge Frau nie verlassen. "Mit 15 habe ich in kleinen, lokalen Bands im Raum London gesungen", berichtete sie. Früh begann sie mit dem Komponieren. "Einen Song auf dem Debüt, 'No Smile', habe ich mit 17 geschrieben." Die Nähe zum Radio sucht I blame Coco nicht, gegen eingängige Stücke hat die Sängerin trotzdem nichts: "Wenn die Songs natürlich klingen und trotzdem kommerziell, dann ist das OK."
"Wir schreiben anders, darum klinge ich anders"
Über das Komponieren sagte Coco: "Kitschige Songs zu schreiben, das ist die leichteste Aufgabe. Aber Lieder, die dich wirklich ergreifen, das ist schwierig." Und über das Texten: "Ich schreibe, um mich selber und bestimmte Situationen besser zu verstehen. Mir fällt es leichter, mich mit Liedern auszudrücken, als verbal zu kommunizieren und mich erklären zu müssen."
Vergleiche mit Sting drängen sich beim Hören der Platte eigentlich nicht auf. "Wir schreiben anders, darum klinge ich anders", meinte die 20-Jährige. Nur bei der Coverversion von "Only Love Can Break Your Heart" lässt sich die Verwandtschaft nicht abstreiten, das klingt ein bisschen nach Police trifft Neil Young. "Ich weiß nicht", raunte Coco. "Wir sind Familie, wir haben wohl eine ähnliche Kehle."
















