Wunderkerzen und ein Solist mit Leuchtkraft
Matinee der Orchesterakademie Ossiach.
Was die Orchesterakademie Ossiach (OAO) als "musikalisches Feuerwerk" angekündigt hatte, war ein gefälliges Buntfeuer mit Wunderkerzen und bengalischen Zündhölzern. Auszunehmen davon ist der Mittelteil des Programms: Dabei gab Robert Nagy, Mitglied der Wiener Philharmoniker, als Solist die Leuchtkraft und Dynamik vor, zeigte im heiklen D-Dur-Konzert für Violoncello von Haydn, wie ein in allen Finessen seines Instruments firmer Meister souverän agiert.
Unprätentiös und mit energischem Zug besetzte er das Zentrum des musikalischen Geschehens. Mitreißend sein resoluter Ton mit romantischem Anklang ohne pathetische Geste und frei von Aufdringlichkeit, mit dem er geradezu schwindelerregende Spannungsverhältnisse mit höchster Virtuosität aufbaute. Lustvoll seine Kadenzen, in denen er das Cello bis in die höchsten Lagen elegant ausspielte. Ein höchst empfindsames Spiel, dem das junge Orchester willig folgte und welches das Publikum begeisterte.
Weniger berauschend: Der Stand der Entwicklung des Klangkörpers und seine Führung durch Bruno Weinmeister. Eröffnet wurde mit der Figaro-Ouvertüre. Mozarts "Buffosonate", in deren munteren Fluten lächelnde Melodien surfen, kam mit forciertem Tempo grob daher. In Beethovens 4. Symphonie suchte das Orchester vergeblich den stimmigen, sinfonischen Atem. Die Einleitung entbehrte jeglicher Spannkraft und köpfelte beim Übergang zum Allegro unvermittelt ins volle Forte des F-Dur-Akkords. Ungereimtheiten auch in der Folge. Das deutliche Bemühen der meisten Orchestermusiker konterkarierten einige wenige mit beachtlicher Lässigkeit, die mit dem Können negativ korreliert. Dennoch großer Beifall.














