Villazons Lebenszeichen bei Salzburger Mozartwoche

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Rolando Villazon gilt als die tragische Figur der Klassik-Gegenwart. Rückschläge und Zwangspausen durchziehen die Karriere des Publikumslieblings, nach einer Stimmbandoperation 2009 haben nicht wenige den 39-Jährigen für immer abgeschrieben. Am Samstag stand der Tenor im ungewohnten Mozart-Kontext auf der Bühne des Großen Festspielhauses.
Und Villazons Debüt bei der Salzburger Mozartwoche im Rahmen des dritten Konzerts der Wiener Philharmoniker unter Louis Langree gibt Anlass zum Optimismus. Das Salzburger Publikum dankte seinem Star mit langen Ovationen. Freilich klingt Villazons Mozart nach Verdi. Mit mächtigem Forte und fülligem Timbre präsentierte sich der Mexikaner zunächst, die koloraturenreiche Arie des Alessandro aus Mozarts frühem Bühnenwerk "Il re pastore" und Don Ottavios "Il mio tesoro intante" aus dem "Don Giovanni" quollen vor Dramatik und Furor fast über. Man fragt sich, wieso Villazon seine Stimme weiter über Gebühr belastet und nicht zu dosieren vermag. Gerade diese Musik benötigt jedoch das Lyrische und Feingliedrige, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
Doch Villazon fand im Verlauf des Abends zu nuancenreicher, spielerischer Vokalkunst. Die Konzertarie "Misero! O sogno - Aura, che intorno spiri" KV 431 war nicht nur von großartiger Theatralik, von Villazons Bühnenpräsenz getragen, der Startenor fand auch zu sanftem, verinnerlichtem Piano. Klug steuerte Villazon die Dynamik, nahm sich zurück, um schließlich mit all seiner Gestaltungskunst zu berührender Herzensklage anzuheben. Ein großer Moment, ein Lebenszeichen dieser bereits für tot erklärten Stimme.















