Frontal-Attacke gegen Private: ORF entschuldigt sich nicht
ORF-Programmdirektor Lorenz hatte die Privatsender auf voller Breite angegegriffen, dort wartet man nun vergeblich auf eine Entschuldigung: "Der ORF, sollte mit den Steinen, die er in seiner Verzweiflung auf die Konkurrenz wirft, sehr, sehr vorsichtig sein".

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Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) fordert vom ORF eine Entschuldigung wegen der jüngsten Attacken von ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz. Dieser hatte den Privatsendern vorgeworfen, dass sie mit manchen TV-Formaten "auf das unappetitlichste bis faschistoide" arbeiten würden und tendenziell "menschenverachtend" agierten. Der ORF-Programmdirektor habe sich mit diesen "primitiven und undifferenzierten Anschuldigungen selbst disqualifiziert", so die VÖP-Kritik.
"Skandal, Diffamierung!
"Völliges Unverständnis" erzeuge allerdings die Tatsache, dass sich der ORF "noch nicht von diesen skandalösen Aussagen einer seiner wichtigsten Führungskräfte distanziert hat", so der Privatsenderverband am Donnerstag in einer Aussendung. "Hier wird eine ganze Branche in höchst unseriöser Weise diffamiert. Diese Aussagen sind geschäftsschädigend. Wir fordern mit Nachdruck vom ORF, dass er sich klar von diesen Aussagen seines Programmdirektors distanziert", so VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm.
Ein ORF entschuldigt sich freilich nicht - am Küniglberg wies man die Kritik an den jüngsten Lorenz-Attacken zurück und denkt nicht an eine Entschuldigung beim Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann: "Wir verstehen die Aufregung nicht, der Programmdirektor hat gegenüber dem ORF-Publikumsrat in einem längeren Bericht zur ORF-TV-Unterhaltung einen allgemeinen Befund formuliert und niemanden konkret angegriffen".
"Schockrocker" bei Karaoke-Sendung
Für Verärgerung sorgen die Lorenz-Aussagen bei Privat-TV-Machern auch deshalb, weil diese nur wenige Tage nach jener "Helden von Morgen"-Show fielen, in der Schockrocker Marilyn Manson mit anzüglichen und sexistischen Aussagen in Richtung der "Helden von Morgen"-Kandidaten und Moderatorin Doris Golpashin für Kritik gesorgt hatte. In Richtung Golpashin meinte Manson etwa, dass diese "zwar supersexy, für mich aber ohnehin zu alt" sei.
Die "Helden von Morgen" fallen in den Verantwortungsbereich von Programmdirektor Lorenz. "Wer in einem derart zerbrechlichen Glashaus sitzt wie der ORF, sollte mit den Steinen, die er in seiner Verzweiflung auf die Konkurrenz wirft, sehr, sehr vorsichtig sein", meinte etwa Puls 4-Chef Markus Breitenecker.















