Literaten-Beistand für ungarischen Pianisten

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Die österreichischen Literaten Elfriede Jelinek, Michael Scharang und Peter Turrini haben sich hinter den ungarischen Pianisten Andras Schiff gestellt, der sich von der politischen Führung Ungarns bedroht sieht. Ein Artikel in einer regierungsnahen Zeitung über "Nestbeschmutzer" verwies auf ein Massaker im Jahr 1919: "Leider ist es nicht gelungen, einen jeden bis zum Hals zu verscharren."
Schiff sprach von einer "symbolischen Morddrohung". In dem Text von Jelinek, Turrini und Scharang heißt es nun: "Andras Schiff, der große ungarische Künstler, äußerte sich kritisch gegenüber der Regierung seines Landes und mußte sich daraufhin von einem engen Mitarbeiter Viktor Orbans sagen lassen, es seien von Schiffs Vorfahren offenbar zu wenige umgebracht worden. Die Regierung scheint entschlossen zu sein, das Versäumte nachzuholen. Es ist unfaßbar, es ist skandalös, es ist entsetzlich - es ist Realität."
Die "Welt" hatte am vergangenen Freitag auf den Artikel des rechten Publizisten Zsolt Bayer "in der zu Orbans Dunstkreis gehörenden 'Magyar Hirlap'" aufmerksam gemacht, der "mit kaum verhohlener antisemitischer Codierung" gegen Persönlichkeiten wie Schiff, den Journalisten Nick Cohen, Daniel Cohn-Bendit sowie gegen "die Kohns" in der Welt wetterte. Der Text kulminiert in der Anspielung auf das Massaker im Wald von Orgovany, bei dem ein Horthy-treues Freikorps Anhänger der kommunistischen ungarischen Räterepublik sowie Juden ermordete.
"Das ist klar eine symbolische Morddrohung. Ich zittere nicht. Aber ich nehme es ernst, denn es ist ernst gemeint", reagierte Schiff. Seine Entscheidung, alle Konzerte in Ungarn vorläufig abzusagen, sei eine Reaktion auf diese Morddrohungen gewesen, die seiner Kritik an der ungarischen Regierung gefolgt sind.














