Semperoper will mit Masterplan zu neuen Höhen
Die Dresdner Semperoper will mit einem Masterplan ihre Position als eines der führenden Musiktheater Deutschlands stärken. Der Plan sieht unter anderem bauliche Veränderungen am Haus und auf dem Gelände der Werkstätten vor, wo zusätzliche Probebühnen entstehen sollen. Personell setzt Intendantin Ulrike Hessler auf einen Mix aus Stars und dem hauseigenen Ensemble.
"Wir bekommen mit Christian Thielemann einen der Top-Dirigenten der Welt. Das geht nicht mit Stadttheater zusammen", machte die 55-Jährige laut der Nachrichtenagentur dpa die Ansprüche klar. Mit der Staatskapelle besitze die Oper eines der weltweit besten Orchester, auch das Ballett habe sein Renommee gesteigert. Thielemann fungiert ab August 2012 als Chefdirigent.
Hessler ist die erste Frau an der Spitze des Hauses. "Wir brauchen mit anderen führenden Häusern vergleichbare Etats für Bühnenbilder und wir brauchen die Möglichkeit, genügend Proben ansetzen zu können", betonte die seit August amtierende Intendantin. Die Semperoper müsse genügend Novitäten anbieten, weil sonst das Repertoire verarme. Allerdings will Hessler das derzeit 40 Opern umfassende Angebot auf etwa 30 Stücke reduzieren und mehr auf die Qualität der Repertoire-Aufführungen achten. "Das Repertoire ist kein notwendiges Übel, um Geld für die Premieren zu verdienen." Vielmehr gelte es die Produktionen weiter zu pflegen und dem Nachwuchs eine Chance zu geben. "Das ist zugleich ein Bekenntnis zum Ensembletheater."
"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte die Intendantin und verwies auf das Junge Ensemble, dem seit Sommer dieses Jahres sechs Nachwuchskünstler aus fünf Kontinenten angehören. Quantitativ sieht sie ihr Haus an der Grenze angelangt. Mit rund 400 Aufführungen spiele die Semperoper, die zugleich als Konzerthaus für die Staatskapelle dient, mehr als jedes andere Opernhaus in Deutschland. "All das zu koordinieren, ist eine logistische Meisterleistung. Deshalb brauchen wir unbedingt mehr Probeflächen." Die jetzige Probebühne dient neuerdings auch für die Junge Szene - eine Spielstätte, die sich vor allem an Jugendliche richtet.















