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Zuletzt aktualisiert: 23.11.2010 um 22:18 UhrKommentare

Doktor Leidovitz oder der mit dem Freud spricht

Zum ersten Mal setzt ein heimischer Privatsender eine fiktionale Serie um: Vier Folgen der schrägen "Couch für alle" von Reinhard Schwabenitzky starten auf Servus TV.

Das altbewährte Team Schwabenitzky/Eschke

Foto © APA/ORFDas altbewährte Team Schwabenitzky/Eschke

Servus TV in der Offensive: Der Salzburger Privatsender zeigt mittwochs die erste selbst produzierte Serie. Für "Eine Couch für alle" holte sich Servus TV (noch vor zwei Jahren: sechs Jungredakteure, heute rund 170 Beschäftigte) mit Reinhard Schwabenitzky den - laut Unterhaltungschef Tim Lange - "besten Komödienregisseur des Landes".

"Einen Klescher"

Schwabenitzky: "Ich hatte schon immer die Sehnsucht, etwas über Psychiatrie zu machen. Spätestens nach mehreren USA-Aufenthalten. Jeder Taxler und Oberkellner, jeder Schauspieler und Musiker hat dort einen Therapeuten. Und der Therapeut hat auch einen. Nur bei uns wollen die Leute nicht wahrhaben, dass sie einen Klescher haben". Als er schließlich "das ideale Material" in Händen hielt, ging es schnell: "Ich bekam Kontakt zu Didi Mateschitz, und der entschied innerhalb kürzester Zeit: "Das machen wir!'"

Die Handlung setzt ein, als der Psychoanalytik-Neuling Leidovitz seine erste Praxis eröffnet. Seine Gabe: Er kann mit einer Sigmund-Freud-Büste reden. Im Wiener Alexander Jagsch fand der Regisseur eine ideale "Type" als Leidovitz. Der hat sogar einschlägige Kenntnisse: "Mein Bruder Christian ist Primar an der Grazer Sigmund Freud Klinik. Ich selbst habe an Gruppenanalyse-Seminaren und Gesprächstherapien teilgenommen, um kleine Wehwehchen und das Gefühl der Verlassenheit zu bekämpfen, das durch den frühen Tod meiner Mutter entstanden war".

Allgegenwärtige Eschke

Elfi Eschke mimt Leidovitz' Assistentin Lilly: "Eine schräge, eigenwillige Person. Nicht einzuordnen, sehr skurril. Auf die Frage, ob sie selbst je beim Seelendoktor war, antwortet sie kryptisch: "Es ist immer gut, einen guten zu haben".

Falls nach den vier Folgen Fortsetzungen gefragt sind, an Patientenvorbildern wird es laut Schwabenitzky nicht mangeln: "Wie viele Einwohner hat Österreich? Acht Millionen..."

LUIGI HEINRICH

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