Restitution: Offener Brief von Bürgermeister Hibler
Im Fall des umstrittenen Bildes "Die Wildbrethändlerin" von Albin Egger-Lienz wendet sich der Lienzer Bürgermeister Johannes Hibler (ÖVP) nun an die Öffentlichkeit.

Foto © Privat"Die Wildbrethändlerin"
Hibler erklärte in einem offenen Brief, warum die Stadt Lienz das Bild nicht restituieren will. Es wurde unter anderem nicht genau dokumentiert, wohin der Erlös der Versteigerung 1949 geflossen sei und woher das Bild eigentlich zur Versteigerung kam.
Lienz habe das Bild laut Hibler redlich erworben. Der Lienzer Bürgermeister sieht die Schuld bei der Rupublik Österreich und kritisiert, dass Lienz nun für den Fehler geradestehen müsse
Unklare Details
Bereits im Vorfeld hatte Bürgermeister Johannes Hibler betont, dass im Fall der "Wildbrethändlerin" nach wie vor einige Details im Unklaren seien: Das Bild wurde erst 1961 von der Stadt Lienz gekauft, nachdem es 1949 von einer unbekannten Privatperson im Dorotheum ersteigert wurde. Aufklärungsbedürftig sei daher unter anderem, wer das Gemälde im Dorotheum eingebracht habe und wie es in den Kriegswirren aus den Händen seines Besitzers Lothar Egger-Möllwald geraten sei. Die IKG stehe aber auf dem Standpunkt, dass im "Zweifelsfall zu restituieren" sei.
In der Causa "Christnacht" will die Stadt mit der Erbin in Kontakt treten, da kein "einziger persönlicher Hinweis" vorliege, dem entnommen werden könne, dass Irmgard Neumann das Bild restituiert haben möchte. Das Gemälde wurde 1938 von Therese Neumann zu einem Experten zufolge angemessen Preis an die Stadt verkauft, erklärte Hibler. Damals habe Neumann in einem Brief an die Stadt geschrieben, dass sie "Wert darauflegt, das Bild in ihrem Museum (der Stadt, Anm.) zu wissen". Unmittelbar nach dem Krieg habe Neumann kein Restitutionsbegehren gestellt, obwohl sie genau gewusst habe, wo sich das Gemälde befand.















