Wien verteilt wieder Gratisbücher

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Seit Donnerstag wird in Wien wieder das Gratisbuch verteilt - genaugenommen die Gratisbücher. 100.000 Exemplare werden im Rahmen der Aktion "Eine Stadt. Ein Buch" verschenkt. Und war es im vergangenen Jahr ein US-Amerikaner mit einem Wien-Roman, ist der heuer zum Zug gekommene Autor ein Chinese: Dai Sijie. Sein Roman "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" ist das Gratisbuch 2010.
Der Autor war eigens aus Paris angereist, um gemeinsam mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, der in Vertretung von Bürgermeister Häupl erschienen war, die Aktion zu eröffnen. Der Startschuss ging im Wiener Messezentrum über die Bühne, wo derzeit die Buch-Wien stattfindet. Dai Sijie ist zum ersten Mal in Wien, wie er verriet. Ansehen wolle er sich jedenfalls das Freud-Museum, die Oper und den Musikverein.
Dass der Roman ein derart großer Erfolg wird, habe ihn überrascht, versicherte er. Es handle sich um eine sehr intime Geschichte: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass das so viele Leute interessiert." Vieles von dem, worüber in dem Buch berichtet wird, hat der im Exil lebende Chinese selbst erlebt. Auch wenn er sich die dichterische Freiheit genommen hat, Fakten zu ändern.
In der Geschichte, die er in seinem ersten Roman erzählt, geht es um zwei Schüler, die während der Kulturrevolution zum Arbeitsdienst in ein Bergdorf geschickt werden. Ihre Eltern sind Ärzte, sie gelten darum als Intellektuelle, die dem Regime suspekt sind. In der Verbannung stehlen sie einem Kollegen Bücher - mit deren Hilfe sie versuchen, das Herz einer Schneiderstochter zu gewinnen.
Nach der offiziellen Eröffnung der vom Echo-Medienhaus organisierten Gratisbuchaktion wurden die ersten Exemplare an die anwesenden Besucher verteilt. Der Roman ist ab sofort in ganz Wien in Buchhandlungen, Büchereien und Volkshochschulen erhältlich.















