Kindheitstraum: Eine Nacht lang im Museum schlafen
Zwölf Rentiere, 24 Kanarienvögel, acht Mäuse und zwei Fliegen tummeln sich in der Installation "Soma" des Künstlers Carsten Höller in Berlin. Gut Betuchte können auf einer Empore über der Ausstellung eine Nacht lang schlafen.

Foto © APOben schlafen, unten tummeln sich die Rentiere
Nachts allein durch ein Museum streifen: In Berlin ist das jetzt in einer Kunstausstellung möglich. Angst vor Tieren sollte man besser nicht haben: Denn zur Installation "Soma", die der deutsche Künstler Carsten Höller für die große Halle im Hamburger Bahnhof entworfen hat, gehören auch zwölf lebendige Rentiere. Außerdem tummeln sich dort 24 Kanarienvögel, acht Mäuse und zwei Fliegen. Zu sehen sind auch echte und nachgebaute Fliegenpilze - im Kühlschrank und als Skulptur.
Und: Für 1.000 Euro die Nacht können zwei Besucher auf einer Empore über den Tieren schlafen und haben das Museum für Gegenwartskunst für sich allein. Die 80 Übernachtungen in der Installation sind fast ausverkauft.
Höller will dem Mythos von Soma nachspüren, einem uralten Trank, der Erkenntnis und Zugang zu göttlichen Sphären gebracht haben soll. Möglich ist, dass er aus Fliegenpilzen gewonnen wurde. Höller, habilitierter Agrarwissenschaftler, stellt die These auf, dass er Urin von Rentieren sein könnte, die diese Pilze gefressen haben. Was genau sein Experiment im Museum ist, lässt der Künstler bewusst offen. "Es geht um das Nachdenken", sagte Höller am Mittwoch.
Die Rentiere machten vor der Eröffnung einen ruhigen Eindruck. Auf den Schutz der Tiere wird nach Angaben der Veranstalter geachtet. Die Rentiere, die in der Uckermark (Brandenburg) aufgezogen wurden, seien an Menschen gewöhnt.
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Fakten
Carsten Höller (Jahrgang 1961) lebt in Stockholm. Mit seinen Werken war er bereits bei der documenta in Kassel und der Biennale in Venedig vertreten.


















