"Visages" von Arnulf Rainer in Baden

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In welch unterschiedlicher Form und Technik Arnulf Rainer das Thema des menschlichen Gesichts seit den 1950er Jahren bis zu seinen jüngsten Arbeiten immer wieder aufgreift, wird eine neue Ausstellung im Arnulf Rainer Museum in Baden anhand von etwa 80 Exponaten nachzeichnen. Rainers "Visages" sind von 20. November bis 31. Mai 2011 zu sehen.
"Alle meine Fotoüberarbeitungen sind Selbstdarstellungen, Reproduktionen des mir noch nicht bekannten Ichs", sagte Rainer im Jahr 1974. Die lange Auseinandersetzung des Künstlers mit dem eigenen Gesicht, sein großes Interesse an Gesichtszügen auf Totenmasken und letztlich das bildnerische Aufgreifen von Gesichtern aus der Kunstgeschichte von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dokumentieren nicht zuletzt Rainers Intention, die Figur in der Kunst nach ihrer Dekonstruktion im Laufe des 20. Jahrhunderts gleichsam wiederherzustellen. Alle gezeigten Werke stammen aus dem Privatbesitz des Künstlers, einige davon sind das erste Mal der Öffentlichkeit zugänglich.
Als Kurator fungiert Jean-Michel Foray, Direktor des Chagall-Museums in Nizza. Zur Ausstellung erscheint auch ein Katalog mit zwölf Originaltexten von Arnulf Rainer aus den Jahren 1951 bis 1984 sowie einem Text von Foray zu den Selbstporträts, den Totenmaskenüberarbeitungen und den Schleierbildern. Zu Rainers 81. Geburtstag am 8. Dezember wird bei freiem Eintritt zum Tag der offenen Tür geladen.
Das Arnulf Rainer Museum wurde im September 2009 im ehemaligen Frauenbad eröffnet, das zuvor schon als Ausstellungszentrum gedient hatte. Arnulf Rainer wurde 1929 in Baden geboren, war Mitbegründer der "Hundsgruppe", zählte zum Kreis um Monsignore Otto Mauer und wurde vor allem durch seine Übermalungen bekannt. Der Künstler lebt in Wien, Oberösterreich, Bayern und auf Teneriffa.















