Büchner-Preis an Reinhard Jirgl überreicht

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Der Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl ist am Samstag mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Der in der DDR aufgewachsene Jirgl habe in seinem Romanwerk ein "Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet", begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung die Vergabe des Preises an den 57-Jährigen Schriftsteller.
"Reinhard Jirgl tut oft weh", so Helmut Böttiger in seiner Laudatio auf den Preisträger. Er stehe für das Sperrige und Lesehürden, er scheine geradezu Barrikaden zwischen sich und der landläufigen Öffentlichkeit aufgebaut zu haben. "Man braucht nur Jirgl zu sagen, und man weiß Bescheid", nannte es Böttiger. Jirgls Romane seien schmerzhaft zeitgenössisch. Sie benutzten Versatzstücke aus Fernsehtrash und Trivialkultur, aber verweigerten sich jeglichem Konsens. "Jirgl ist das, wovor uns die Germanistikprofessoren immer gewarnt haben", fuhr der Laudator fort. Der mit 40.000 Euro dotierte Georg-Büchner-Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.
Jirgl ist vor allem für seine anspruchsvolle, experimentelle Sprache bekannt. So nutzt er Ziffern und Zeichen - schreibt etwa "1zige" statt "einzige", "" oder setzt Ausrufungszeichen vor Wörtern und Bindestriche scheinbar wahllos.
Reinhard Jirgl wurde 1953 in Ost-Berlin geboren und schrieb bis zur Wiedervereinigung nur für die eigene Schublade. 1990 erschien sein "Vater Mutter Roman" in einem Literaturprogramm beim Aufbau-Verlag, blieb jedoch nahezu unbeachtet. Die entscheidende Änderung in der öffentlichen Wahrnehmung kam erst 1993, als er für seinen Roman "Abschied von den Feinden" mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet und Autor des Carl Hanser Verlags wurde. Zuletzt erschienen von ihm die Romane "Die Unvollendeten" (2003), "Abtrünnig" (2005) und "Die Stille" (2009).















