Die erweiterte Kunst des Selbstporträts
Irene Andessner im Kunstraum Walker: In Selbstinszenierungen schlüpft die aus Salzburg stammende, in Wien und Venedig lebende Künstlerin in weibliche Rollenbilder und fotografiert sich.

Foto © WRSchlüpft in historische Rollen: die Salzburgerin Irene Andessner
Begonnen hat es damit, dass Irene Andessner ein Pedant zur Porträtgalerie im "Saal der berühmten Männer" (Sala degli Uomini Illustri) im legendären Caffè Florian in Venedig schuf. Mit Bildern von "Donne Illustri" stellte sie hervorragende Frauengestalten vor den Vorhang. In Selbstinszenierungen schlüpft die aus Salzburg stammende, in Wien und Venedig lebende Künstlerin in weibliche Rollenbilder und fotografiert sich. Im Selbstbildnis aber ist Andessner stets eine Andere. "Das Gesicht ist nur zufällig meines", sagt sie über ihre "I am production", in der sie über die Darstellung fast ausschließlich historischer Frauenpersönlichkeiten entgegen einem "I was" ein definitives "I am" entdeckt. In den "Nachbildern" von Vorbildern variiert sie die vielfältigen Facetten von Biographien und herrschenden Rollenverständnissen vor allem von Frau, Herrscherin, Künstlerin, Heiliger und Hure. Andessner projiziert deren Gestalt und Geschichte auf ihren Körper. Im "Verleih" ihres wandelbaren Gesichtes enthüllt sie Subtexte gängiger Mythen und erweitert zugleich die Kunst des Selbstporträts auf unverwechselbare wie faszinierende Weise.
Irene Andessner. Kunstraum Walker. Richard Wagnerstraße 34 (vis avis UKH). Di. bis Fr. 15-18 Uhr oder Tel. (0650) 21 30 505. Bis 16. Oktober.















