"Besonders heftig": "World Press Photo" in Wien

Foto © APA
Eine Mädchenleiche ragt nach einem israelischen Luftangriff auf den Gaza-Streifen aus dem Schutt, ein zwischen Drogenbanden geratener Jugendlicher liegt tot in seiner eigenen Blutlache. Die "World Presse Photo 10" ist ab morgen, Mittwoch, bereits zum neunten Mal in Folge in der Wiener Galerie WestLicht zu Gast und wird intensiver denn je von Gewalt, Tod und Krieg geprägt.
In zehn Kategorien wurden Preise für Einzelfotos und Fotoserien vergeben, knapp 170 Fotos aus mehr als 100.000 eingereichten Bildern sind in der Ausstellung zu sehen. "Dieses Jahr ist die Schau besonders heftig", heißt es vonseiten der Galerie. "Es scheint viel passiert zu sein im Jahr 2009."
Die Intensität zeigt sich auch in den zwei Plakatsujets. Ein blutiger Kopf einer soeben geschlachteten Kuh hängt nun auf Plakatwänden und Litfaßsäulen in ganz Wien, ebenso das eindrucksvolle Foto eines Mannes, der ein Tuch über sein Gesicht gebunden und nur die Augen freigeschnitten hat. Er steht am Rande einer pro-separatistischen Demonstration im Zentrum von Srinagar, dem von Indien verwalteten Kaschmir, und hält einen Stein in der Hand - bereit, ihn zu werfen. Der 53. World Press Photo-Wettbewerb fängt erneut dramatische Momente ein und zeichnet gleichzeitig ein Bild der Weltereignisse des letzten Jahres. Berührend auch die Porträtserien und Einzelschicksale, die genauso "Teil eines Ganzen" sind, so die Jury, und ein "Statement über Fotojournalismus in unserer Zeit" abgeben.
Zum besten Pressefoto des Jahres wurde eine von weiter Entfernung geschossene Aufnahme des Italiener Pietro Masturzo gekürt: Drei Frauen rufen in der Abenddämmerung nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Iran von den Dächern. Gewalttätige Demonstrationen bei Tag wurden von Protestrufen von Fenstern, Balkonen und Dächern bei Nacht abgelöst. Auch Masturzos Fotoserie zum Motiv ist in der Kategorie "Menschen in den Schlagzeilen" ausgezeichnet worden. Die Entscheidung des Siegerfotos ist nicht leicht gefallen, da der Kontext auf den ersten Blick fehle, so die Jury: "Es lädt uns ein, eine wichtige Botschaft anders zu sehen, ruhiger, trotz starker Spannung. Seine Schönheit fügt einen bestimmten Wert hinzu, der einen anderen Zugang zur Information vermittelt."
















