Höhlenkunde und Archivschätze im NHM
Seit Juni ist Christian Köberl neuer Generaldirektor des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien. Eines seiner Ziele ist es, wissenschaftlichen Abteilungen des Hauses, die bisher nie für Besucher geöffnet waren, eigene Schauräume zur Verfügung zu stellen. Den Anfang macht die Karst- und Höhlenkundliche Abteilung, die am Montagabend ihre erste Schau, "Höhlen - Landschaften ohne Licht", eröffnet.
In einem kleinen Raum davor werden zudem "Schätze des Archivs", einzelne Objekte aus dem Archiv für Wissenschaftsgeschichte, gezeigt. Beide Ausstellungen werden ab Mittwoch (29. September) für zwei Jahre zu sehen sein.
Die neue Ausstellung "Höhlen - Landschaften ohne Licht" soll alle Altersgruppen ansprechen. Sehr dunkel ist der große, in mehrere Bereiche aufgeteilte Raum, Schritt für Schritt gelangt man durch verschiedene Themengebiete. Ein "Einstimmungsbereich" lässt den Besucher durch einen Spiegeleffekt in einen Schacht hinunterblicken; an einzelnen interaktiven Stationen kann man Tropfsteine wachsen lassen und die Entstehung von Karsthöhlen beobachten.
Ein Fokus liegt auf den österreichischen Karstgebieten, die Wiener Wasserwerke haben die Ausstellung daher unterstützt und mitgestaltet. "Wien ist weltweit ein Paradebeispiel für hochwertiges Trinkwasser in Großstädten", erzählt Lukas Plan aus der Karst- und Höhlenkundlichen Abteilung des NHM gegenüber der APA, "da das Wiener Trinkwasser fast ausschließlich aus Karstgebieten kommt". Neben Texten, Videos und Fotos werden auch "Objekte zum Anfassen" ausgestellt: Die Schau mündet in "einer Höhle, in der man Platz nehmen kann", so Plan. Ein komplett abgedunkelter Bereich, drei Leinwände zeigen Höhlenbilder, laute Tropfgeräusche sollen die Atmosphäre unterstützen.
Die kleine Schau der "Schätze des Archivs" zeigt in den kommenden beiden Jahren ausgewählte "Schätze" aus knapp einer Million gesammelten Objekten. Aus konservatorischen Gründen dürfen die historischen Objekte nicht länger als drei Monate einer gewissen Lichtstärke ausgesetzt werden, deshalb soll die Auswahl vierteljährlich wechseln.














