"Party statt Politik" als Motto beim Frequency

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"Party statt Politik" dürfte das geheime Motto des Frequency-Festivals am Freitag in St. Pölten gelautet haben. Die Sozialkritik der Trip-Hopper von Massive Attack goutierten überraschend wenige, Gitarrenbands wie Madsen wurden viel mehr abgefeiert. Tocotronic dagegen bewiesen, dass Geist und Gag gut zusammenpassen können.
Der zweite Festivaltag wurde von einigen tragischen Gesprächsthemen überschattet: Das Einzige, was das Publikum vom Black Rebel Motorcycle Club zu Gesicht bekam, waren Band-T-Shirts. Die Gruppe hatte kurzfristig abgesagt, weil der Vater von Sänger und Bassist Robert Levon Been an einem Herzinfarkt gestorben ist. Und nachdem ein Unglück selten allein kommt, kam es zu einer weiteren Absage: Charles Haddon, Sänger der britischen Band Ou Est Le Swimming Pool, hat sich nach einem Auftritt beim Pukkelpop-Festival in Belgien umgebracht. Die Gruppe hätte Samstagnachmittag am Frequency spielen sollen.
Madsen hatten auf der großen Race Stage mit so programmatischen Titeln wie "Goodbye Logik", "Du Schreibst Geschichte" und "Nachtbaden" ein leichtes Spiel bei ihrem Auftritt. Gute-Laune-Rock, was fürs 16-jährige Herz. Fein und um einiges härter als gewohnt im Anschluss die Engländer Klaxons, die mehr progrockig als britpoppig daherkamen.
Die Headliner Massive Attack boten die bisher eindringlichste Show am ganzen Frequency: hypnotisierend die Klänge, fesselnd die Stimme von Gastsängerin Martina Topley Bird, eindringlich die eingeblendeten Textbotschaften, die beinahe in der Endlosschleife Gesellschaftskritik übten. Da bekamen die Jacksons und die Beckhams genauso ihr Fett ab wie ein Richard Lugner oder HC Strache. Der Höhepunkt des Auftritts: die Gänsehautnummer "Teardrop", bei der die Technik einmal weitgehend pausieren durfte.
Zeitgleich auf der kleineren Bühne Deutschlands geistreichste Gitarrenband: "Wir sind die Gruppe Tocotronic und spielen ein paar unserer Protestsongs." Pathetisch wie augenzwinkernd die Begrüßung von Sänger Dirk von Lowtzow, fein gekleidet im T-Shirt einer seiner Lieblingsfernsehserien "Buffy".
Die dreitägige Party zum zehnten Geburtstag des Frequency beenden am Samstag u.a. die Toten Hosen, 30 Seconds to Mars und Element of Crime.














