Opernregisseur Harry Kupfer wird 75

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In den Jahren der deutsch-deutschen Teilung hat kaum jemand so stark die grenzüberwindende Kraft der Musik verkörpert wie Harry Kupfer: Der Ost-Berliner Opernregisseur konnte zwischen den Welten vermitteln und an den wichtigsten Musiktheatern zwischen Wien, Bayreuth und Berlin inszenieren. Diesen Donnerstag feiert Kupfer seinen 75. Geburtstag.
Im vereinigten Deutschland blieb Kupfer auch nach der Wende einer der stilprägenden Opernmacher - selbst nach seinem Abschied als Chefregisseur der Komischen Oper in Berlin im Jahr 2002. Seine Inszenierungen von Hans Pfitzners "Palestrina" in Frankfurt oder der "Lustigen Witwe" in Hamburg fanden große Beachtung, und auch seine Ausflüge in die Welt des Musical, wo er etwa den österreichischen Publikumshit "Elisabeth" als Originalregisseur begründete, wurden gefeiert.
Bereits 1978 brachte es Kupfer bis nach Bayreuth, wo er mit einem psychoanalytisch gefärbten "Fliegenden Holländer" bei Wagnerianern gemischte Reaktionen auslöste. Zehn Jahre später produzierte er dort mit Daniel Barenboim den "Ring des Nibelungen". Die Fallstudie aus dem Irrenhaus wurde als "Jahrhundertereignis" gefeiert.
Zu Kupfers Sternstunden gehören auch fesselnde Deutungen von Aribert Reimanns "Lear" oder Bernd Alois Zimmermanns "Soldaten" ebenso wie Uraufführungen von DDR-Komponisten - von Siegfried Matthus bis Udo Zimmermann. Der gebürtige Berliner verdankt seinen Beruf eigentlich einer großen Musikalität - und einer schwachen Stimme. Weil er nicht singen konnte, sei ihm nur das Regiefach geblieben, um seine Leidenschaft für die Oper zu stillen.
In Österreich war er bald in sämtlichen Musiktheatern und Festspielbetrieben zu Hause: Er schuf die Staatsopern-"Elektra" und die "Elisabeth" der Vereinigten Bühnen, erreichte mit "Kietsch" 1995 einen Festwochen-Hit in Bregenz und war über viele Jahre gefeierter Stammgast an der Volksoper. Am 9. Oktober feiert seine "Ariadne auf Naxos" im Theater an der Wien Premiere.















