Beuteschema: Jung und knackig
Am Montag startet im ORF die Sitcom-Serie "Cougar Town". Courteney Cox-Arquette spielt darin die Immobilienmaklerin Jules, die - frisch geschieden - das Vergnügen einer Affäre mit einem jüngeren Mann entdeckt.

Foto © ORFCourteney Cox-Arquette in "Cougar Town"
Frisch geduscht steht Jules, 40 und kürzlich geschieden, vor dem Spiegel. Und entdeckt zu ihrem Schrecken, dass die Anzahl ihrer Weichteile steigt: ein Bäuchlein zart wie Pudding, der Oberarm ein Freischwinger, und der Rücken war auch schon einmal straffer. Und die Fältchen um den Ellbogen? Sehen aus "wie bei einem Hängebauchschwein".
Frauen sind gewohnt, mit sich hart ins Gericht zu gehen, und Jules macht sich Sorgen um ihren Marktwert in der Singleszene.
Die Rolle ist Courteney Cox-Arquette wie auf den Leib geschneidert. Die 46 Jahre alte Komikerin ("Friends") spielt in "Cougar Town" eine Frau ihres Alters. Die Sitcom-Serie, in den USA 2009 ein Instant-Schlager, spielt mit einem Hype, der in Übersee Zeitungen und Talkshows beschäftigt: dem Cougar-Phänomen.
Ursprünglich bedeutet "Cougar" Puma. Der Terminus wurde zum unfreundlichen Ausdruck für Frauen, die betrunkene Männer aus Bars abschleppen (wie ein Puma, der sich stets das schwächste Tier in der Herde aussucht). Nach einem Bedeutungswandel steht das Wort heute allerdings für selbstbewusste ältere Frauen, die sich einen jüngeren Mann anlachen. Als Ikone des Hypes gilt Schauspielerin Demi Moore, die 2005 im Alter von 42 den damals 27 Jahre alten Ashton Kutcher heiratete. Das Cougar-Phänomen hat in Amerika bereits eine entsprechende Kuppelshow sowie eigene Singlebörsen gezeitigt.
Auch Immobilienmaklerin Jules steigt, angeleitet durch ihre Mitarbeiterin Laurie, wieder in die Datingszene ein. Und entdeckt das Vergnügen einer Affäre mit einem jüngeren Mann, misstrauisch beäugt von ihrer besten Freundin Ellie, ihrem Ex-Mann Bobby (dem sie Unterhalt zahlt) und von Teenager-Sohn Travis, der in ständiger Angst lebt, seine Mutter könnte ihn vor seinen Mitschülern blamieren. Was sie natürlich ausgiebig tut. US-Kommentatoren nannten die Serie "erfrischend vulgär", im freizügigeren Europa wirken die Witze eher harmlos. Unterhaltsam ist die Serie, die wie "Sex & the City" oder "Desperate Housewives" vor allem Frauen mittleren Alters ansprechen soll, aber allemal. Erfunden hat sie übrigens Bill Lawrence, der auch Langzeiterfolge wie "Scrubs" und "Chaos City" entwickelt und produziert hat.
Er überlegt, nach dem Erfolg der ersten Staffel, die Serie umzubenennen: Der Begriff "Cougar" sei ihm doch zu abfällig.














