Felsen, Flöten, Fantasy
Ab 14. Juli ertönt Mozarts "Zauberflöte" im Römersteinbruch St. Margarethen. Ein Gespräch mit Regisseur Manfred Waba über Fantasy, Erotik und Luftschlösser.

Foto © OFSEntwurf zum Bühnenbild für Mozarts "Zauberflöte", die in St. Margarethen Premiere feiert
Herr Waba, die "Zauberflöte" hat für Sie mittlerweile fast schon etwas Schicksalhaftes?
MANFRED WABA: Ja, von Anfang an. Sie bedeutete 1999 den Durchbruch in St. Margarethen; vorher hatten wir rund 10.000 Zuschauer, auf einmal waren es 50.000. Im Jahr 2006 gestaltete ich im Steinbruch die "Zauberflöte" für Kinder, wir konnten dabei 60.000 junge Besucher begrüßen. Im selben Jahr, im Herbst, inszenierte ich die Oper in Hanoi mit vietnamesischen Sängern.
Was macht für Sie die Faszination der "Zauberflöte" aus?
WABA: Erstens liebe ich diese Musik unendlich. Zweitens sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Traum- und Luftschlösser zu errichten, in fremde Welten einzutauchen - das habe ich schon als Kind gern gemacht. Für meine Inszenierung habe ich mich zwei Jahre lang vorbereitet, ich glaube, ich habe die zeitgenössischste Form überhaupt gefunden.
Welche?
WABA: Eine, die ins Zeitalter von "Herr der Ringe", "Harry Potter", "Star Wars" und die "Chroniken von Narnia" passt. Für mich ist die "Zauberflöte" ein Fantasy-Märchen über die Liebe. Eines der großen Themen im Kino.
Auch Sex und Erotik werden angeblich ihren Platz haben?
WABA: Die drei Damen sind für mich kriegerisch-erotische Verführerinnen, ebenso wie die Königin der Nacht. Man wird das auch an den Kostümen erkennen.
Der Steinbruch gibt Ihnen natürlich jede Möglichkeit für fantastische Effekte?
WABA: Richtig. Ein Beispiel: Die Königin der Nacht schwebt 20 Meter in der Luft. Plötzlich: Explosion, und sie steht hinter Tamino. Meine Optik wird sehr filmorientiert sein. Das darf jedoch nie im Widerspruch zu Stück und Musik stehen. Mein Ehrgeiz ist, Nicht-Opernfans die Schönheit und Kraft dieses Werkes spüren zu lassen. Sie sollen Gänsehaut bekommen.
Ist es richtig, dass Sie auf musikalischem Gebiet alles andere denn ein Neuling sind?
WABA: Ja. Ich war in Heiligenkreuz im Internat, habe dort eigene Musik für Schulaufführungen geschrieben. In der "Pop Passion" sang ich den Jesus. Die Lehrer gratulierten mir, meine Eltern waren so begeistert, dass sie sagten: "Wannst durchfliegst - macht nix." In meiner Lade liegen zwei fertige Musicals.
Features
Fakten
Die Zauberflöte. Von W. A. Mozart. Römersteinbruch St. Margarethen. Bis 29. August. Karten: Tel. (0 26 80) 42 042














