Ein Hochfest für Augen und Ohren
Morgenstimmung, Frühklatscher, Augenweiden und was die Ohren erfreute: Beim 47. Internationalen Chorwettbewerb in Spittal räumten Indonesien, Ungarn und Finnland ab.

Foto © Einhauer
Wie klingt ein Morgen in der Tonsprache von György Ligeti? Der auch für seine Filmmusik ("Eyes wide shut") bekannte Komponist schrieb das klangmalerische "Reggel" (=Morgen), das der ausgezeichnete Kammerchor "Vox Antiqua" aus Debrecen beim Internationalen Chorwettbewerb in Spittal vortrug. Die besondere Leistung brachte dem ambitionierten Chor aus Ostungarn unter Leitung von Csaba Kiss neben dem zweiten Platz bei Kunst- und Volkslied eine weitere Ehre ein: Den Grossmann-Interpretationspreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Chorwerks, überreicht von Helmut Pilss, Generalsekretär des Vereins "Freunde Ferdinand Grossmann".
Stimmlich am Ball
Gänsehautfaktor hatten auch weitere Beiträge der Ungarn, etwa das "Abendlied" von Josef G. Rheinberger. Heuer musste man beim Preisträgerkonzert zwar die Konkurrenz des zeitgleichen Fußball-WM-Finalspieles verkraften - aber: Auch die Musikbegeisterten können tosend applaudieren und enorme Saalstimmung aufbauschen. Heuer fiel allerdings eine Gruppe von "Frühklatschern" nicht nur dem restlichen Publikum sondern auch den ORF-Tontechnikern unangenehm auf. Das Hineinklatschen in letzte Akkorde oder den Nachhall unterblieb erst nach mehrmaliger Aufforderung, das zu unterlassen.
Von dieser Dissonanz abgesehen war es wieder ein Hochfest der Ohren- und auch Augenweide: Beide Sinne sprachen in überaus mitreißender Art die Sänger des Maranatha Christian University Choir Bandung an. Agustinus Bambang Jusana führte seine Gruppe von einer Höchstleistung zur nächsten, die Indonesier errangen sowohl im Volks- wie im Kunstliedbewerb den ersten Platz. Man hörte "Double, Double Toil and Trouble" von Jaakko Mäntyjärvi und das mitreißende "Gloria" aus der "Indonesian Mass" von Ivan Yohan, sowie das Pflichtlied von Herwig Reiger "Four Lovers and a Streetcar".
Sehr hohes Niveau vermittelte auch der Gesang des Kamarikuoro Kaamos aus Helsinki. Die Finnen landeten jeweils auf dem dritten Platz.
Insgesamt nahmen neun Chöre teil, Österreich war diesmal nicht vertreten. Neuer Juryvorsitzender nach Herwig Reiter ist Herbert Böck, einstiger Wiener Sängerknabe.














