Kehlmanns "Ruhm" als Sketchreigen
Nach 16 Jahren setzen die Festspiele Reichenau wieder das Werk eines zeitgenössischen Autors auf den Spielplan. Kafka lässt grüßen bei der Bühnenversion von Daniel Kehlmanns Erfolgsroman "Ruhm".

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Anna Maria Krassnigg hat Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" für die Bühne bearbeitet und als kafkaesken Sketchreigen im Neuen Spielraum inszeniert.
Kehlmanns "Roman in neun Geschichten", 2009 erschienen und nun transformiert in ein "Stück in neun Szenen", stellt nicht nur die hintergründige Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Kommunikationstechnologien auf unseren Alltag dar, sondern verwendet diese Thematik gleichsam als Köder, um unseren Realitätsbegriff infrage zu stellen. Tobias Voigt spielt den Autor Leo Richter, wohl bis zu einem gewissen Grad Kehlmanns Alter Ego, der als personeller roter Faden - wiewohl zugleich blasseste Figur - erscheint.
Recht unterhaltsam, wenn auch stets auf abgründige Weise, sind die teils kabarettreifen, sketchartigen Szenen, in denen etwa ein Computertechniker irrtümlich die Handynummer eines Filmstars zugeteilt bekommt oder eine Krimi-Autorin (Regina Fritsch, präsent auch als Ärztin und Richters Geliebte) bei einer Schriftstellerreise verloren geht. Berührend ist Erni Mangold als krebskranke Rosalie, wandlungsfähig Ulrike Beimpold, tragikomisch der psychopathische Internet-Blogger Mollwitz (Raphael van Bargen). Surreale Kapriolen und lustvolle Absurditäten verbinden sich mit flacheren Passagen.
Kehlmann gefällt die Bühnenversion: "Ich finde sie originell und auf eine wunderbare Art alles Wesentliche des Buches erfassend. Es arbeiten auch großartige Schauspieler mit", urteilt er im Programmheft.















