Gleich zweifacher Gänsehautfaktor
Elegante Mischung aus schmusigem Pop und funkigem Rock: Seal begeisterte beim einzigen Österreich-Konzert auf der Wörtherseebühne.

Foto © WeichselbraunHeizte auf der Wörtherseebühne ordentlich ein: Seal bei seinem Konzert am Mittwochabend
Nicht einmal drei Songs brauchte Seal, um die ausverkaufte und von zahlreichen Booten nur so belagerte Wörtherseebühne in einen Hexenkessel zu verwandeln. Denn spätestens nach der Cover-Version von "I Can't Stand The Rain" gab es kein Halten mehr: Die Zuschauer tanzten, klatschten oder schwangen die Arme im Takt und sangen auf seine Aufforderung die Refrains mit.
Bei seinem einzigen Österreich-Konzert seiner Tour 2010 hatte der 47-jährige Brite nigerianischer und brasilianischer Herkunft das Publikum fest im Griff und auch keinerlei Berührungsängste. Die Absperrungen überwindend, tänzelte der Sänger mit ungemein maskuliner Ausstrahlung direkt vor dem Publikum herum, forderte es auf, näher zu kommen und mischte sich dann singend mitten unter die überwiegend weiblichen Fans.
Perfekte Performance
Es war eine perfekte, professionelle Performance, eine elegante Mischung aus schmusigen Pop, "Gänsehaut-Soul", aber auch funkigem Rock mit immer eingängiger Melodik getragen von seiner atemberaubenden, sanften, leicht rauchigen Stimme: Der Göttergatte von Deutschlands erfolgreichstem Catwalk-Export Heidi Klum, die so mancher männliche Fan vergeblich zu sehen erhoffte, gilt nicht umsonst als einer der besten Soulsänger der Gegenwart und hat an die 20 Millionen Alben verkauft.
Da durften neben brandneuen Nummern natürlich die gecoverten Songs wie "It's Alright" oder "It's A Man's World" aus seinem Topalbum "Soul", aber auch seine absoluten Hits wie "Love's Divine", "Kiss From A Rose" und "Crazy" als einzige Zugabe nicht fehlen, die die Atmosphäre weiter aufheizten. Das fetzige oder auch gefühlvolle Fundament erhielt Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel, wie er mit vollem Namen heißt, von seiner exzellenten Begleitband.
Für viele war es allerdings enttäuschend, dass die Show nach nicht einmal zwei Stunden schon wieder vorbei war.
HELMUT CHRISTIAN
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