Schriftsteller Adam Zielinski gestorben
Der 1957 nach Österreich gekommene polnische Schriftsteller Adam Zielinski ist am späten Samstagabend im 82. Lebensjahr verstorben. Das gab Verleger Lojze Wieser in der Nacht auf Sonntag bekannt.

Foto © APAAdam Zielinski
Zielinski wurde in Galizien geboren, verlor als Bub nach dem deutschen Einmarsch beide Eltern, überlebte als Waise die NS-Verfolgungen, studierte in Krakau und Warschau und startete nach seiner Ausreise nach Österreich 1957 eine erfolgreiche Karriere in der Exportwirtschaft. Sein letztes Buch "Im Stetl" erscheint im August im Wieser-Verlag, die Fahnen hat der Autor noch gelesen.
Die Lebensgeschichte von Adam Zielinski ist dramatisch und bewegend. Seit der Schließung seiner Firma im Jahr 1989 konzentrierte Zielinski sich darauf, seine Erfahrungen und Gedanken als Autor festzuhalten. Er hat seither ein beachtliches Werk geschaffen, für das er im Juni vergangenen Jahres in Wien mit dem "Manes-Sperber-Würdigungspreis für Leben und Werk" ausgezeichnet wurde.
"Von allen meinen Preisen ist der Sperber-Preis für mich der wichtigste", versicherte Adam Zielinski im Vorjahr im Gespräch mit der APA, "Sperber ist nur 80 Kilometer von jener Stadt entfernt geboren, aus der ich stamme. Nicht nur seine Biografie, auch seine Art und Weise zu denken und zu schreiben ist der meinen ganz ähnlich."
Zielinski wurde am 22. Juni 1929 im galizischen Drohobycz südlich von Lemberg geboren. Sein Vater, ein Rechtsanwalt in Stryj, wurde 1941 von Nazis verhaftet und bald darauf gemeinsam mit anderen Intellektuellen erschossen. Diese furchtbaren Erlebnisse sowie die spätere Suche nach dem Ort des Verbrechens, um einen Gedenkstein zu errichten, hat Adam Zielinski u.a. in Geschichten verarbeitet, die anlässlich des Geburtstags vom Wieser Verlag - wo 2004 auch eine zehnbändige Werkausgabe erschienen ist - als "Zwölf jüdische Erzählungen" zusammengefasst und neu herausgegeben wurden.
"Die Absicht zu schreiben hat mich seit meinen frühen Erwachsenentagen begleitet", so Zielinski, der in Deutsch, Polnisch und Englisch geschrieben hat und dessen Bücher in Polen mehr gewürdigt wurden als hierzulande. Nach seinem Studium der Sozialwissenschaften und der Journalistik in Krakau und der Publizistik an der Universität Warschau arbeitete er als Journalist und versuchte sich auch an Hörspielen, doch nach seiner Emigration nach Österreich konzentrierte er sich auf ein 1961 von ihm gegründetes Unternehmen. Mit diesem baute er enge Handelsbeziehungen nach Jugoslawien, vor allem aber zu asiatischen Ländern auf. Rund 300 mal sei er in Hongkong gewesen und weit über 100 mal in China, schildert Zielinski. "China ist das große Abenteuer meines Lebens geworden", sagte der Autor, dem 1959 die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen wurde.















